Schriebers Stromkasten, Teil 130
Konkurrenz der Konzepte

Die Michelin Challenge Bibendum in Berlin zeigte, wie weit die Ingenieure aus der ganzen Welt in Sachen nachhaltige Mobilität schon sind. Entwickelt wird in alle Richtungen.
• Nach Shanghai, Kyoto oder Rio machte die Michelin Challenge Bibendum in diesem Jahr Station in Berlin. Neben Bekanntem gab es auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof auch viel Neues zu sehen und zu erleben. Volvo zeigte mit einem Diesel-Plug-in-Hybriden, dass sich Technologien scheinbar beliebig kombinieren lassen. Der V60 soll bis zu 50 Kilometer rein elektrisch fahren (der 50-kW-Elektromotor treibt die Hinterachse an), bis der 2,4-Liter-Fünfzylinder-Turbodiesel (218 PS) die Vorderräder übernimmt. Der Fahrer wählt per Knopf zwischen "Pure" (nur E-Antrieb), "Hybrid" und "Power" (volle Leistung). Die 12-kWh-Akkus sind in rund drei Stunden an der 230-Volt-Steckdose geladen. Ende 2012 soll der V60 Plug-in-Hybrid auf den Markt kommen. Einen Preis nennt Volvo noch nicht, er dürfte aber über 45.000 Euro liegen.
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• Der deutsch-französische Elektro-Minibus Mia (Produktionsbeginn 1. Juni) fuhr ebenfalls auf der Challenge Bibendum. Der Mann hinter dem mia, Designer Murat Günak, fehlte aber. Wie ich erfuhr, arbeitet er derzeit an einer Luxusversion, "mia chic" genannt. Es soll eine Kleinserie mit neuen Materialien (Carbon?) und teurem Equipment werden. Für Kunden, die nicht zuerst auf Preise schauen. • Welche Auswüchse der Hype um die E-Mobilität bisweilen annimmt, bewies in Berlin die Erfindung des Schweizers Walter Janach. Sein UCV (Unique City Vehicle) soll "das kommende ultraleichte E-Mobil für asiatische Megacitys" werden. Zwei Styroporsitze, eine Lenkstange, 0,18-kW-Motor und Akkus von 0,24-kWh – mehr braucht das UCV nicht. Zur besseren Vermarktung hat sich Janach einen chinesischen Namen zugelegt. Dort nennt sich der Erfinder nun Ivan Huang.
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