Schriebers Stromkasten, Teil 211
Neue Elektro-Ziele der Regierung?

Eine Million Elektroautos sollen es werden auf deutschen Straßen im Jahr 2020. So heißt es offiziell noch immer aus dem Hause Merkel. So ganz scheinen die Regierenden aber nicht mehr an dieses große Ziel zu glauben.
Bild: Toni Bader
Kennen Sie Liane Horst? Nein? Müssen Sie auch nicht. Die Dame leitet das Referat "Neue Werkstoffe und Nanotechnologie" im Bundesforschungsministerium. Auf einem Kongress in Aachen hat Frau Horst nun das seit Jahren von Bundeskanzlerin Merkel verteidigte Ziel, bis 2020 eine Million E-Autos auf den Straßen zu haben, kassiert.
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Eine Million Elektroautos bis 2020? Referatsleiterin Liane Horst spricht lieber von 600.000 Plug-ins.
Dudenhöffers oberflächlicher Vergleich
Immerhin reale Zahlen verbreitete kurz danach der gern als "Autopapst" bezeichnete Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen. Deutschland sei ein Schlusslicht bei der Elektromobilität, motzte er und belegte dies damit, dass erstens der US-Automarkt fünfmal so groß sei wie der deutsche, dort aber zuletzt 35-mal so viel Plug-ins zugelassen wurden, und zweitens der Markt in den Niederlanden siebenmal kleiner sei als unserer, dort aber nur rund 50 Prozent weniger E-Autos verkauft würden. Weiß der Autopapst, dass anders als bei uns in beiden Vergleichsländern der Kauf von Plug-ins staatlich subventioniert wird? Nicht leicht, einen kühlen Kopf bei dieser Hitze zu bewahren.
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