Schriebers Stromkasten, Teil 222
Stromtanken aus Oberleitungen?

Straßenbahn neben Pkw: Ziehen Elektrofahrzeuge ihren Gleichstrom bald aus den Oberleitungen des städtischen Schienenverkehrs? Ein Professor hält das für gut möglich.
Bild: Werk
Der Aufbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur gilt auch 2014 als eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Durchbruch der Elektromobilität. Adolf Müller-Hellmann (69), Honorarprofessor an der RWTH Aachen, will das Problem durch die Nutzung von Gleichstrom in den Oberleitungen für Straßen-, U- und S-Bahnen lösen. "In 60 Ballungsräumen in Deutschland gibt es entlang der Bahnstrecken alle anderthalb Kilometer Unterwerke, in denen Gleichstrom erzeugt wird. Damit können E-Autos schnell geladen werden", erklärte mir Müller-Hellmann. Auch direkt an den Fahrleitungen könnten Ladesäulen aufgebaut werden.
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Unwissenheit bei Nationaler Plattform E-Mobilität
In Oberhausen läuft bereits ein Pilotprojekt mit Elektrobussen. Demnächst ist ein Großprojekt in Kassel geplant. Als Müller-Hellmann seine Idee der Nationalen Plattform Elektromobilität in Berlin vorstellte, war er erstaunt, dass "dort niemand eine Ahnung davon hatte", dass es bundesweit 4200 Kilometer Gleichstrom-Oberleitungen gibt, die ideal für den Aufbau einer Ladeinfrastruktur seien. "Die Möglichkeit, schnell laden zu können, wenn man es braucht, ist entscheidend für den Erfolg der Elektromobilität", so Müller-Hellmann.
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