Der Aufbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur gilt auch 2014 als eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Durchbruch der Elektromobilität. Adolf Müller-Hellmann (69), Honorar­professor an der RWTH Aachen, will das Problem durch die Nutzung von Gleichstrom in den Oberleitungen für Straßen-, U- und S-Bahnen lösen. "In 60 Ballungsräumen in Deutschland gibt es entlang der Bahnstrecken alle anderthalb Kilometer Unterwerke, in de­nen Gleichstrom erzeugt wird. Damit können E-Autos schnell geladen werden", erklärte mir Müller-Hellmann. Auch direkt an den Fahrleitungen könn­ten Ladesäulen aufgebaut werden.

Unwissenheit bei Nationaler Plattform E-Mobilität

In Oberhausen läuft bereits ein Pilotpro­jekt mit Elektrobussen. Demnächst ist ein Großprojekt in Kassel geplant. Als Müller-Hellmann seine Idee der Nationalen Plattform Elektromobilität in Berlin vorstellte, war er erstaunt, dass "dort niemand eine Ahnung davon hat­te", dass es bundesweit 4200 Kilometer Gleichstrom-Oberleitungen gibt, die ideal für den Aufbau einer Ladeinfrastruktur seien. "Die Möglichkeit, schnell laden zu können, wenn man es braucht, ist entscheidend für den Erfolg der Elektromobilität", so Müller-Hellmann.