Verkehrsfrage in Corona-Zeit

Schutzmaske im Auto: Was ist in der Corona-Krise erlaubt?

Regeln fĂŒr Schutzmasken im Auto

Wegen der Corona-Pandemie tragen viele Menschen im Alltag eine Schutzmaske. Doch ist das auch im Auto erlaubt? Oder gilt hier sogar eine Maskenpflicht?
Seit dem 27. April 2020 gilt in nahezu allen deutschen BundeslĂ€ndern (Schleswig-Holstein ab 29. April) eine Schutzmaskenpflicht, um die Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 (COVID-19) einzudĂ€mmen. Aber muss ein solcher Schutz auch im Auto sein? "Nein", klĂ€rt der Frankfurter Verkehrsrechtsanwalt Uwe Lenhart auf. "Auch wenn die LĂ€nder bei der EinfĂŒhrung zeitlich uneinig waren, so gilt diese Pflicht einheitlich nur im Nahverkehr und beim Einkaufen."
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Stand 24.04.2020

StVO: Maske darf Gesicht des Fahrers nicht verdecken

GrundsĂ€tzlich ist das Tragen einer Schutzmaske im Auto gegen das Ausbreiten von Corona durchaus sinnvoll. Denn der bundesweit vorgeschriebene Sicherheitsabstand fĂŒr Nicht-Familienmitglieder oder Nicht-Haushaltsangehörige von mindestens 1,5 Metern ist an Bord fast nie einzuhalten. Der Fahrer muss laut Uwe Lenhart aber – genau genommen – auf eine Maske verzichten. Denn in der Straßenverkehrsordnung (§23 Absatz 4 Satz 1 StVO) heiße es seit Oktober 2017, "dass es beim FĂŒhren eines Fahrzeugs verboten ist, Hauben, Schleier oder Masken zu tragen, die das ganze Gesicht oder wesentliche Teile des Gesichts verhĂŒllen oder verdecken". Grund fĂŒr die Vorschrift: Der Fahrer soll fĂŒr den Nachweis von VerkehrsverstĂ¶ĂŸen erkennbar sein.

Bei Kontrollen ist FingerspitzengefĂŒhl gefragt

Corona-Schutzmaske: im Auto erlaubt, aber laut StVO nicht im Gesicht des Fahrers.

Die ausschlaggebenden GesichtszĂŒge seien laut StVO-Text Augen, Nase und Mund. "Zwei verdeckte Gesichtsteile wie Nase und Mund sind rein rechtlich eindeutig zu viel", erlĂ€utert Verkehrsrechtsexperte Lenhart gegenĂŒber AUTO BILD. Aber: "Die kontrollierenden Polizeibeamten dĂŒrften ĂŒberall angewiesen sein, in dieser besonderen Situation mit FingerspitzengefĂŒhl zu handeln." Ähnlich sieht das der ADAC: "Bei einem Mundschutz aus GesundheitsgrĂŒnden soll vorĂŒbergehend aus OpportunitĂ€tsgrĂŒnden von einer Ahndung abgesehen werden." Das zusĂ€tzliche Tragen einer MĂŒtze und einer Sonnenbrille sei laut Verkehrsklub allerdings definitiv unzulĂ€ssig. Zudem hĂ€tten Behörden und Gerichte im Zweifelsfall das Recht, ein anthropologisches Gutachten zur Identifikation eines Autofahrers anzufordern.

Beifahrer und hintere Passagiere dĂŒrfen Maske tragen

Eine Zuwiderhandlung gegen das in der Straßenverkehrsordnung normierte VerhĂŒllungsverbot kann ĂŒbrigens mit einem Bußgeld von 60 Euro geahndet werden. Einen Flensburg-Punkt gibt es allerdings nicht. Das StVO-Regelwerk betrifft ohnehin nur den Fahrer: Beifahrer und Insassen im Fond dĂŒrfen eine Schutzmaske tragen.
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Autoren: Roland Wildberg,

Stichworte:

Coronavirus

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