Senioren im Straßenverkehr
Mehr Opfer als Täter

Jeder vierte Unfalltote auf deutschen Straßen ist über 64, zeigt eine Studie der Allianz. Die Unfallforscher weisen auch nach, dass Senioren bei Verkehrsunfällen eher zu den unschuldig Geschädigten als zu den Verursachern gehören.
Senioren leben gefährlich auf deutschen Straßen: 23 Prozent der Getöteten im Straßenverkehr sind älter als 64, so eine aktuelle Studie der Allianz Versicherung. Dabei sind die Alten bei weitem nicht die Verursacher der Misere: Nur elf Prozent der Verkehrsunfälle insgesamt werden von Senioren verursacht. Zugleich ist ihr Risiko, beim Unfall getötet zu werden, sehr hoch: Im Jahr 2007 starben 1153 von 45.070 verunglückten Senioren. Bei der weit größeren Gruppe der 25-64-Jährigen (242.638 Personen) waren es dagegen nur etwas mehr als doppelt so viel, nämlich 2535 Todesopfer. Damit droht Senioren 2,5-mal häufiger tödliche Gefahr auf der Straße. Anteilig noch höher ist dieses Risiko für Fußgänger, Radfahrer und Auto-Mitfahrer: 2007 waren fast zwei Drittel der Todesopfer in diesen Rubriken Senioren. Bei den 25-64-Jährigen hingegen betrug der Anteil lediglich ein Viertel.
Opferzahlen steigen weiter an

Kaum Senioren-Unfälle bei Nacht
"Nach unseren Untersuchungen sehen wir ältere Verkehrsteilnehmer eher als Opfer denn als Verursacher von Unfällen", fasst Allianz-Vorstand Dr. Karl-Walter Gutberlet die Auswertung zusammen. Das Vorurteil, ältere Fahrer seien häufiger als Geisterfahrer unterwegs oder erleideten einen Herzinfarkt am Steuer, konnte durch die Untersuchung nicht belegt werden. Nur 10,8 Prozent aller Hauptverursacher von Unfällen, bei denen Menschen zu Schaden kommen, sind Senioren. Umgekehrt fanden die Unfallforscher heraus, dass gerade unter schwierigen Bedingungen wie bei Dunkelheit, Glätte oder Nässe ältere Fahrer weniger Unfälle verursachen als die Jungen. Dass die Unfallrate mit zunehmendem Alter tatsächlich steigt, sei vor allem auf die geringere Kilometerleistung von Senioren zurückzuführen, folgert die Allianz.
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