Mein bestes Rennen fuhr ich 1977 in der Formel 1 beim Grand Prix USA-West in Long Beach, Kalifornien. Es waren bewegte Zeiten. Tom Pryce war davor im Südafrika-GP zu Tode gekommen, kurz danach Carlos Pace bei einem Flugzeugabsturz. Und wir mussten uns im vierten GP des Jahres auf den Straßenkurs von Long Beach konzentrieren. Aber der lag mir von Beginn an. In der Qualifikation dominierte Niki Lauda im Ferrari vor Mario Andretti im Lotus, der immer besser wurde. Ich fuhr mein erstes Jahr für Wolf, hatte das erste Rennen mit dem neuen Team gewonnen und einen guten Cosworth-Achtzylinder im Heck. Hinter mir startete Carlos Reutemann im zweiten Ferrari. Es war ganz nützlich, dass ich den besten Start erwischte und gleich in Führung ging. Hinter mir schepperte es gewaltig zwischen Reutemann, Hunt, Watson und anderen. Wir ersten drei waren da schon fein raus.

Das ganze Rennen immer exakt am Limit

Jody Scheckter 1976 am Nürburgring
Dann kamen die besten Runden meines Lebens. Ich fuhr das gesamte Rennen exakt am Limit, nie darunter, nie darüber. Es war, für meine Verhältnisse, eine perfekte Fahrt. Ich verschenkte nichts und führte – nach einem GP ohne Boxenstopps – auch noch, als mir wenige Runden vor Schluss ein Reifen platzte. Andretti und Lauda zogen vorbei, was natürlich frustrierend war. Aber ich war vorher so schnell gewesen, dass Patrick Depailler als Vierter noch über eine Minute Rückstand auf mich hatte. Den entgangenen Sieg holte ich mir kurz darauf auf einem anderen bekannten Straßenkurs: in Monte Carlo.

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