Dass der Wechsel des Servoöls nicht zur planmäßigen Wartung gehört, erkennt man in einigen Fällen bereits daran, wo sich der Ausgleichsbehälter samt Peilstab-Deckel befindet. Etwa beim Skoda Fabia (5J), bei dem erst die Starterbatterie ausgebaut werden muss, um das darunterliegende Servo-Reservoir zu erreichen und bei Bedarf den Stand der Flüssigkeit zu kontrollieren.
Das ist eigentlich nicht notwendig, handelt es sich doch um ein geschlossenes System. Im Idealfall kommt im Betrieb nichts abhanden. Doch in der Realität werden unsere Autos oft viel älter, wie etwa dieser Mercedes E 220 CDI aus dem Jahre 2008 (siehe Bildergalerie), der mittlerweile knapp 300.000 Kilometer gelaufen ist. Ein Wechsel des Hydrauliköls ist auch hier nicht vorgesehen und beim Anblick der Flüssigkeit offensichtlich auch nie erfolgt.
Die Alterung des Öls entsteht unter anderem durch den hohen Systemdruck (bis zu 120 Bar), die daraus resultierende Hitze und metallischen Abrieb, etwa beim Gleitkontakt der Flügelzellen am Pumpengehäuse. Zwar arbeitet die Lenkung unseres Mercedes angesichts von Alter und Laufleistung noch unauffällig. Damit das auch in Zukunft so bleibt, spülen und befüllen wir das System vorbeugend mit frischem Öl. Der Arbeitsaufwand beträgt weniger als eine Stunde. Und zwei Liter frisches Öl, die für die Spülung benötigt werden, kosten keine 20 Euro. In der Bildergalerie zeigen wir die einzelnen Schritte der Spülung und des Ölwechsels.

Bildergalerie

Servoöl wechseln
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Schritt für Schritt: So wechseln Sie das Servoöl

Hydraulisch oder nicht?

Wenn Ihr Auto nach 2010 gebaut wurde, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Lenkung mit rein elektrischer Servo-Unterstützung arbeitet. Diese Systeme arbeiten effizienter, noch wartungsärmer (kein Ölwechsel) und harmonieren vor allem besser mit Assistenzsystemen.