Es ist wohl unstrittig, dass menschliches Versagen eine der häufigsten Unfallursachen ist. Wird dieser Faktor ausgeschlossen und bestimmte Entscheidungen nicht von der Person hinter dem Lenkrad, sondern durch rationale Entscheidungen neutraler Elektronik getroffen, könnte sicher ein Großteil der Unfälle vermieden werden.
Einer der Gründe, weshalb die Entwicklung immer neuer Fahrassistenzsysteme rasant fortschreitet. Dabei begleitet uns das Thema Sicherheit schon seit Jahrzehnten. Kopfstütze, Gurt, Knautschzone oder Airbag waren längst nicht immer so selbstverständlich wie heute.

ESP seit 2014 Pflicht

Im Unterschied zu den passiven Lösungen, die eher dazu dienen, Unfallfolgen zu minimieren, sollen aktive Systeme einen Crash nach Möglichkeit komplett vermeiden. Auch aus diesem Grund dürfen schon seit 2014 Neuwagen in Europa nur mit einem elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) verkauft werden.
Skoda Octavia Scout
Ständig neue Technologien helfen, Crashs zu verhindern.
Bild: Lena Barthelmeß

Bloß keinen Crash, das will auch ein Bremsassistent verhindern. Der erkennt den Wunsch einer Vollbremsung und verstärkt den Bremsdruck für eine maximal mögliche Verzögerung. In Deutschland ist er seit 2011 für Neufahrzeuge vorgeschrieben.

ABS weit verbreitet

Weil es ansonsten dazu aber bisher keine gesetzliche Regelung gibt, steht es Autoherstellern frei, was sie zu welchem Preis anbieten. Fast schon Standard ist etwa das Antiblockiersystem (ABS), dass beim Bremsen ein Blockieren der Räder verhindert. So bleibt das Auto lenkbar.
Sinnvoll ist auch die Antriebs-Schlupf-Regelung. ASR verhindert ein Durchdrehen der Räder und hilft dem Fahrer selbst bei ungünstigen Straßenverhältnissen, die Kontrolle über das Fahrzeug zu behalten.
Bloß kein Crash, das will auch ein Bremsassistent verhindern. Der erkennt den Wunsch einer Vollbremsung und verstärkt den Bremsdruck für eine maximal mögliche Verzögerung. In modernen Autos ist der Bremsassistent meistens mit einem akustischen Kollisions- oder Abstandswarner kombiniert.

Ab 2024 ist ein Notbremssystem für Neufahrzeuge in Deutschland Pflicht.
Bild: Auto Bild

Notbremssystem ab 2024 Pflicht

Noch radikaler arbeitet ein Notbremssystem. Es erkennt Situationen, in denen nur eine sofortige Vollbremsung einen Unfall verhindert oder zumindest dessen Folgen mildert. Es reagiert erst dann automatisch, wenn der Fahrer auf vorherige Warnungen nicht reagiert oder mit seiner Reaktionszeit einen Unfall nicht mehr verhindern könnte. Ab 2024 ist es für Neufahrzeuge in Deutschland Pflicht.
Das gilt auch für den Rückfahrassistent. Der führt eine Bremsung durch, wenn beim Rückwärtsfahren Hindernisse und ungeschützte Verkehrsteilnehmer hinter dem Fahrzeug oder seitlich herannahend erkannt werden.