Noch bis vor ein paar Jahren galten 6,2 Liter Hubraum für ein amerikanisches Durchschnittsauto als gesundes Maß. Nicht ohne Grund ist der Small-Block-V8 von General Motors, der 1955 debütierte, mit weit über 100 Millionen Einheiten der meistgebaute Pkw-Motor der Welt – ein echtes Volumenmodell. Literleistung und Ökonomie waren in der Regel mäßig, hohes Drehmoment hingegen systemimmanent. Das schwere Blech sollte schließlich angemessen in Wallung kommen, und Benzin, das gab es ja noch genug. Damals, als die Welt noch in Ordnung war. Heute hingegen wird auch in der Neuen Welt downgesizt, hybridisiert und elektrifiziert.
Geiger CTS-V Coupé LS9
Das Geiger CTS-V Coupé LS9 ist ein modernes Super-Muscle-Car.
Cadillac lässt sich davon aber erst mal nicht bange machen – wenngleich man sich mit dem Escalade Hybrid längst ein großes grünes Feigenblatt zugelegt hat. Das CTS-V-Trio, bestehend aus Limousine, Kombi und Coupé, bekommt den Kompressor-Small-Block in den Bug gepflanzt, der in ähnlicher Spezifikation auch die Corvette C6 ZR1 befeuert. Zu wenig für die Münchner US-Car-Institution Karl Geiger: Der voluminösere Kompressor der ZR1 samt großem Ladeluftkühler, eine geänderte Nockenwelle, CNC-gefräste Zylinderköpfe, Fächerkrümmer, Sportkatalysatoren und eine angepasste Motorsoftware heben den Output des kantigen Coupés auf öltankermäßige 820 Newtonmeter sowie 619 PS. Jedes PS aus München kostet also 375 Euro.
SKN XC 63 AMG White Series
Mit dieser brachialen Auspuffanlage von SKN ist jeder Schuss ein Treffer!
SKN Ralf Nissel von SKN gibt der AMG-C-Klasse nach seiner Leistungskur 582 PS und 685 Newtonmeter. Sie darf sich dann süffisant "White Series" nennen. Hierfür bedient sich die SKN-Crew klassischen Saugertunings: Größere Drosselklappen und eine staudruckarme Edelstahlauspuffanlage inklusive Fächerkrümmern und Sportkatalysatoren erhöhen den Energieumsatz der Maschine, die Motorelektronik wird entsprechend abgestimmt. Je nachdem, mit welcher Basis man antritt, kostet ein SKN-PS vergleichsweise günstige 96 bis 185 Euro. Das Ergebnis entzückt: Mit etwas Gefühl anfahren, um den Hinterreifen wenigstens eine Chance zu geben, dann progressiv das Gas durchtreten. Mehr Infos zu den zwei 6,2-Liter Maschinen finden Sie oben in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel gibt's auch im Online-Heftarchiv als PDF-Download.

Fazit

Geiger hat das Maximum herausgeholt und den Cadillac zu einem sehr gut funktionierenden Super-Muscle-Car verfeinert. Preis und Gewicht sind aber happig. Erinnert der Caddy an einen Schwergewichtsboxer, so ähnelt das SKN-Coupé eher einem Marathonläufer: feingliedriger, leichter, beweglicher. Und dann auch noch viel günstiger.