Skoda Enyaq: TÜV-Report 2026
TÜV-Check: Die Bremse bremst den Enyaq aus

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Mit dem Enyaq hat Skoda vieles richtig gemacht. Seine guten Seiten zeigt das E-Auto auch bei der HU. Doch eine ärgerliche Schwäche trübt den Einstand des E-SUV.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Der Skoda Enyaq ist ein vollelektrisches SUV mit viel Platz, moderner Technik und alltagstauglicher Reichweite. Er gilt als beliebtes, familienfreundliches E-Auto – doch kleine Schwächen trüben das Bild. Der Überblick aus dem aktuellen TÜV-Report.
Skoda Enyaq
- Bauzeit: seit 2020
- Motoren: 148 PS (iV 50) bis 340 PS (RS)
- Preis: ab 20.000 Euro
Das ist er: Nach dem Mini-Stromer Citigo-e iV Skodas erstes vollwertiges Elektroauto. Technische Basis ist der modulare E-Baukasten, den auch VW ID.4 und Audi Q4 e-tron nutzen. Die Akkus besitzen zwischen 55 und 84 kWh Kapazität, was in der Praxis Reichweiten von etwa 220 bis 400 Kilometer ergibt. Für die Versionen mit 204 und 286 PS ist Allrad optional, beim Enyaq RS (299/340 PS) stehen stets beide Achsen unter Strom.

Viel Platz auf 4,64 Metern: Der Kofferraum ist gut nutzbar, die Passagiere finden im Enyaq bequem Platz.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Das kann er: Richtig ausgewogen fahren. Mit seinen 4,65 Meter Länge nutzt der Tscheche die Konzernplattform am besten, was das Platzangebot angeht. Das macht sich auf der Rückbank, aber besonders im großen Kofferraum bemerkbar: 585 bis 1710 Liter sind auch auf Reisen familientauglich. Da begeistert der Enyaq zudem mit hohem Komfort dank der gekonnt abgestimmten Federung und dem leisen Antrieb. Bezüglich Reichweite und E-Technik hingegen gäbe es noch Luft nach oben: Die maximale Ladeleistung liegt abhängig von Modelljahr und Akkugröße zwischen 50 und 175 kW, Schnellladen ist also nicht immer serienmäßig an Bord. Seit Ende 2023 besitzt der Enyaq den effizienteren APP550-Motor. Besonders stadttauglich sind die Heckantriebsversionen, deren Wendekreis auf dem Niveau des Kleinwagens Fabia liegt.
Das macht Ärger: Die Infotainment-Software (MIB3) der frühen Versionen lief alles andere als rund. Ab dem Facelift 2023 gab es eine Übergangsversion (ME4), die sich nachträglich auf die aktuelle Version (ME5) updaten lässt. Zu den häufigeren Problemen zählen außerdem Ladeschwierigkeiten und -ausfälle. Treten hier Fehler auf, greift nicht die achtjährige Akku-, sondern die lediglich zwei Jahre währende Herstellergarantie.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Die Mängelrate der Achsaufhängungen liegt auf Durchschnittsniveau, die Lenkgelenke der Zwei- bis Dreijährigen sind etwas häufiger verschlissen. Federn und Dämpfer, Antriebswellen und die Lenkung selbst sind stets fehlerfrei.
Licht
Etwas häufiger beanstandet wird das Abblendlicht, die Werte liegen aber noch unter dem Mittel, während Ausfälle an der Blinkanlage und den Heckleuchten exakt dem Durchschnittswert aller geprüften Fahrzeuge entsprechen. Top: Tagfahrleuchten und Nebellichter sind stets fehlerfrei.
Bremsen
Der einzige echte Schwachstelle des Enyaq sind ausgerechnet die Bremsen. Die Funktion der Fußbremse reicht zu oft nicht aus. Sechs Mal so oft wie der Durchschnittsprüfling fällt der Enyaq hier durch. Immerhin: Bremsscheiben, -schläuche, -leitungen sind unauffällig. Die Feststellbremse versagt nur in wenigen Ausnahmefällen.
Umwelt
Hier steht durchweg eine grüne Null, denn Ölverlust lässt sich der Enyaq nicht zuschulden kommen.
Mängeleinteilung*
Alter | Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher |
|---|---|---|---|---|
2-3 Jahre | 86,6 (Ø 89,4) | 4,3 (Ø 4,0) | 9,1 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
Fazit
Die Mängel an Achsaufhängungen und Lenkgelenken liegen im Mittelfeld. An den Bremsscheiben – Schwachstelle vieler Stromer – gibt's rein gar nichts zu kritisieren. Umso ärgerlicher, dass die TÜV-Prüfer den Enyaq sehr oft wegen schlechter Bremsleistung vom Hof schicken. So fällt beinahe jedes zehnte Auto wegen erheblicher Mängel durch die erste Hauptuntersuchung – das ist eindeutig zu viel.
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