Skoda Kamiq: Schwachstellen, Mängel, Stärken
Gute TÜV-Bilanz – außer in einem Kapitel

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In der Sprache der Inuit ist Kamiq etwas, das wie eine zweite Haut passt. Bei Skoda ist es ein ansprechendes Klein-SUV mit einem Makel: den anfälligen Bremsscheiben. Hier kommen die wichtigsten Infos aus dem TÜV-Report 2026!
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Das Klein-SUV Kamiq schneidet in der TÜV-Bilanz gut ab – außer im Bremsenkapitel, das färbt sich wegen maroder Bremsscheiben bereits bei der ersten HU dunkelrot.
Skoda Kamiq
- Bauzeit: 2019 bis heute
- Motoren: 90 PS (1.0 G-Tec) bis 150 PS (1.5 TSI)
- Preis: ab 13.000 Euro
Das ist er: Das kleinste SUV aus der Skoda-Flotte – auf MQB-A0-Basis und mit erstaunlich viel Platz vorn und im Fond. Mit 4,24 Meter Länge übertrumpft er seine Konzernbrüder: den Seat Arona um rund 10, den VW T-Cross um gute 13 Zentimeter. Das kommt auch dem Kofferraumvolumen (400 bis 1395 Liter) zugute. Bei der serienmäßigen sowie der Sicherheitsausstattung gönnt Skoda dem Kamiq ebenfalls etwas mehr. Optional lässt sich das kleine SUV mit dem komfortablen bis sportlichen Adaptivfahrwerk ordern. Ein Facelift 2024 brachte eine minimal aufgefrischte Optik sowie den stärkeren 1,0-Liter-Dreizylinder mit 115 PS.
Das kann er: Städter glücklich machen, denen Praxistauglichkeit wichtiger ist als automobiles Angebertum. Vorderradantrieb ist gesetzt, motorseitig gibt es Auswahl: Den 90 PS starken Erdgasantrieb gab’s nur bis Mitte 2022, den einzigen Diesel (1.6 TDI mit 115 PS) nach Marktstart ein gutes Jahr lang. Stark genug und sparsam sind die Dreizylinder-Benziner mit 95, 110 oder 115 PS. Der 1.5 TSI mit 150 PS macht den Kamiq zum höhergelegten Hot Hatch.
An den Skodatypisch cleveren Lösungen (große Getränkehalter, integrierter Trichter fürs Scheibenwaschwasser) mangelt es nicht. Der Diesel und der 1.5 TSI ermöglichen 1250 Kilo Anhängelast – für leichte Wohnwagen ist das ausreichend. Die übrigen Modelle ziehen 1000 Kilo.
Das macht Ärger: Steuerkettenprobleme der Benziner; teils ruckelnde DSG-Getriebe. Vier Rückrufe, etwa wegen fehlerhafter Software, die zur Fehlfunktion des Notrufsystems eCall führen kann, und Seitenairbagproblemen durch fehlerhafte Sitzbezüge.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Im Fahrwerkskapitel gibt der Kamiq den sympathischen Streber. Achsaufhängungen, Antriebswellen und Lenkanlage weisen keine Fehler auf. Federn und Dämpfer schwächeln bei der zweiten HU auf Minimalniveau, die Fehlerquote der Lenkgelenke liegt leicht über dem Durchschnitt.
Licht
Bis auf die Blinker schneidet das Mini-SUV in puncto Beleuchtung nicht fehlerfrei ab, das Frontlicht wird aber im Schnitt weniger beanstandet. Die Mängelrate der Rückleuchten entspricht dem Durchschnitt, Abblendlicht ist bei der ersten HU öfter verstellt.
Bremsen
In diesem Kapitel dominiert Rot statt Grün: Die Bremsscheiben verschleißen in deutlich stärkerem Maße als die der Vergleichsgruppe. Entsprechend wird die Funktion der Fußbremse in jedem Alter leicht überdurchschnittlich oft bemängelt. Feststellbremse, Bremsleitungen und -schläuche sind dagegen tadellos.
Umwelt
Gewohnt grün geht es weiter: Ölverlust kennt der Kamiq nicht, die Abgasanlage arbeitet zuverlässig, und die AU schafft er im Durchschnittsvergleich häufiger.
Mängeleinteilung*
Alter | Laufleistung in km | ohne Mängel | geringe Mängel | erhebliche Mängel | verkehrsunsicher |
|---|---|---|---|---|---|
2-3 Jahre | 36.000 (Ø 45.000) | 89,9 (Ø 89,4) | 1,7 (Ø 4,0) | 8,4 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 51.000 (Ø 65.000) | 85,7 (Ø 84,7) | 2,1 (Ø 5,3) | 12,2 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
Fazit
Der Kamiq kann nicht aus seiner Haut: Ein übermäßig schlechter Bremsscheibenzustand wird ihm bei der Hauptuntersuchung erneut zum Verhängnis. Zwar lässt er sich bis auf Licht- und Lenkgelenkprobleme sowie die leicht erhöhte Fehlerquote der Fußbremsfunktion kaum etwas zuschulden kommen, insgesamt jedoch liegt der Anteil erheblicher Mängel über dem Schnitt. Daher Augen auf beim Gebrauchtwagenkauf!
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