Skoda Superb: Gebrauchtwagen-Test
Ist der gebrauchte Superb eine Empfehlung wert?

Bild: Christoph Börries
Unter Vielfahrern gilt er als Superstar. Der Skoda Superb ist das Flaggschiff der Tschechen. Preislich fährt er in der Mittelklasse, hegt ansonsten aber durchaus Oberklasse-Ambitionen. Eleganter und moderner als die Vorgängergenerationen, ist die im Werk Kvasiny von 2015 bis 2024 gebaute dritte Generation auf MQB-Basis gebraucht höchst interessant. Sie ist technisch der große Zwillingsbruder des VW Passat und sticht mit viel Stil plus Platz für Passagiere und Gepäck hervor. Die äußere Erscheinung aus der Feder des Designers Jozef Kabaň ist geprägt von klaren Linien und einer betont breiten, präsenten Frontpartie, was zu einem zeitlos eleganten Gesamtauftritt führt.
4,86 Meter Länge bescheren ein sensationelles Platzangebot
Das ist er: Die dritte Superb-Generation hat ein bemerkenswertes Format. Sie streckt sich auf 4,86 Meter Länge. Neuwagenbesteller durften sich zwischen der Limousine und dem von uns gefahrenen, gebraucht weitaus marktgängigeren Kombi (Skoda schreibt ihm mit C) entscheiden. Die Großzügigkeit erkauft man beim Superb nicht mit klobiger Optik. Highlight ist das in seiner Klasse unübertroffen großzügige Platzangebot. Mit umklappbarer Beifahrersitzlehne beträgt die theoretisch mögliche Ladelänge bis zu 3,10 Meter. Ebenfalls sensationell sind 660 bis 1950 Liter Kombi-Ladevolumen.

Der Superb ist auf langen Strecken zu Hause. Entsprechend hoch sind die durchschnittlichen Laufleistungen.
Bild: Christoph Börries
Gut verfügbar sind die Common-Rail-Turbodiesel
Das hat er: Alles, was man von einem Upper Class-Allrounder erwartet. Der Superb bietet eine breite Palette an VW-Konzernmotoren, von sparsamen Dieseln bis hin zu leistungsstarken Benzinern. Besonders gut verfügbar sind die Common-Rail-Turbodiesel mit zarten 1,6 oder besser passenden zwei Liter Hubraum. Sie erfüllen die Abgasnorm Euro 6 (ab Facelift Euro 6d Temp) und zeigen neben einer ordentlichen Laufkultur im Alltag verblüffend niedrige Verbräuche zwischen fünf und sieben Litern. Die TSI-Benziner spreizen von sanft bis sportlich. Die 1.4 TSI zeigen eine leichte Anfahrschwäche und sind bei hohen Geschwindigkeiten Downsizing-typisch recht durstig. Der 2.0 TSI macht den Superb verblüffend schnell und lässt höchstens den Sound des beim Vorgänger noch verfügbaren Sechszylinders vermissen. Er wurde, genau wie die Allradversion 4x4 und die Ende 2019 eingeführte Plug-in-Hybridversion, gerne besonders opulent konfiguriert.
Technische Daten
1.6 TDI DSG | 2.0 TDI DSG | 2.0 TSI DSG 4x4 | |
|---|---|---|---|
Motor | Vierzylinder/vorn quer | Vierzylinder/vorn quer | Vierzylinder/vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
Hubraum | 1598 cm³ | 1968 cm³ | 1984 cm³ |
Leistung | 88 kW (120 PS) bei 3500/min | 140 kW (190 PS) bei 3500/min | 206 kW (280 PS) bei 5000/min |
Drehmoment | 250 Nm bei 1500/min | 400 Nm bei 1900/min | 400 Nm bei 2000/min |
Höchstgeschwindigkeit | 197 km/h | 230 km/h | 250 km/h |
0–100 km/h | 11,3 s | 8,4 s | 5,3 s |
Tank/Kraftstoff | 66 l/Diesel | 66 l/Diesel | 66 l/Super |
Getriebe/Antrieb | Siebengang-DSG/Vorderrad | Siebengang-DSG/Vorderrad | Siebengang-DSG/Allrad |
Länge/Breite/Höhe | 4862/1864/1477 mm | 4862/1864/1477 mm | 4862/1864/1476 mm |
Kofferraumvolumen | 660–1950 l | 660–1950 l | 660–1950 l |
Leergewicht/Zuladung | 1492/599 kg | 1611/599 kg | 1688/638 kg |
Die Ausstattungsvarianten spreizen breit. Die Basisversion Active bietet bis auf Notbremsassistent und Nebelscheinwerfer keine nennenswerten Extras. Selbst ein Tempomat kostete Aufschlag, etliche Details waren für die biedere Basis gar nicht bestellbar. Empfehlenswerter ist die Ausstattungslinie Ambition. Optionen wie der ergonomisch optimierte Ergo-Comfort-Fahrersitz und das Matrix-LED-Licht treiben den Gebrauchtpreis nach oben, machen das Fahren jedoch komfortabler und sicherer. Trotz der üppigen Karosserie kosteten Einparkassistent und Rückfahrkamera Aufschläge.

Die Funktionen des Superb sind sehr durchdacht. Materialauswahl und Finish sind kaum schlechter als bei Premiumkonkurrenten.
Bild: Christoph Börries
Wunschlos glücklich, weil weitgehend vollständig ausgestattet, machen dagegen der Laurin & Klement und der dynamischere Sportline mit feineren Stoffen, Ledersitzen sowie Chrom- und Dekoreinlagen. Ebenfalls empfehlenswert sind das optionale adaptive DCC-Fahrwerk und die zeitgemäßen Infotainmentlösungen. Leider aufpreispflichtig, aber gut waren Spurhalte- (Lane Assist), Spurwechsel- (Blind-Spot Detection) und Ausparkassistent sowie der Stauassistent.
Zum Facelift im Mai 2019 und zum Modelljahr 2021 machte der Superb Digitalisierungsfortschritte. Simply-Clever-Details sind die in den Türen integrierten Regenschirme oder die Taschenlampe im Kofferraum. Aufgrund seiner sehr guten Langstreckeneignung wurden viele Exemplare von Vielfahrern und als Dienstwagen genutzt, was umfangreiche Ausstattungen, aber auch recht hohe Laufleistungen begünstigt.
Stärken
- Riesiges Raumangebot
- Angenehmer Fahrkomfort
- Qualitätsniveau überzeugend
Schwächen
- Spärliche Basisausstattung
- Müde Einstiegsmotoren
- Mäßiges Standardinfotainment
Der Superb punktet mit gutem Fahrkomfort
So fährt er: Der Superb ist bekannt für seinen hohen Fahrkomfort und die solide Straßenlage. Sowohl Fronttriebler als auch optionaler Allradler punkten mit einem ausgewogenen Fahrwerk. Die Lenkung ist präzise, die Abstimmung komfortabel und die Geräuschdämmung mit optionalem Akustikglas prima. Besonders die DCC-Fahrwerke bieten eine gute Balance zwischen annehmbarer Dynamik und Gleiterqualitäten. Der optionale adaptive Tempomat funktioniert bis 210 km/h. Hoch ist die Anhängelast von zwei Tonnen beim 2.0 TDI.

Den Superb sehen andere gern von hinten, der Tscheche wird oft viel und zügig gefahren.
Bild: Christoph Börries
Der Fahrwerks- und Bremsenverschleiß ist erhöht
Das macht Ärger: Skoda spendierte bescheidene zwei Jahre Neuwagengarantie (optional verlängerbar), drei Jahre Lackgarantie und zwölf Jahre Durchrostungsschutz. An der Hinterachse verschleißt die Bremse rasant. Federn und Fahrwerkslager leiden unter der oft hohen Zuladung. Die Scheinwerfer beschlagen oft. Die DQ200-Doppelkupplungsgetriebe sollten alle 60.000 Kilometer frisches Öl bekommen, das größere DQ500-DSG benötigt spätestens alle 120.000 Kilometer einen Wechsel.
Unterhaltskosten
Testverbrauch | 6,6 l D/100 km |
|---|---|
CO2 gem. WLTP-Zyklus | 154 g/km |
Inspektion | 300-700 Euro |
Haftpflicht (15)* | 482 Euro |
Teilkasko (24)* | 695 Euro |
Vollkasko (21)* | 1196 Euro |
Kfz-Steuer (Euro 6) | 308 Euro |
Ersatzteilpreise*
Lichtmaschine (AT) | 1017 Euro |
|---|---|
Anlasser (AT) | 708 Euro |
Wasserpumpe | 657 Euro |
Zahnriemen | 858 Euro |
Hauptschalldämpfer | 518 Euro |
Kotflügel vorn links, lackiert | 1894 Euro |
Bremsscheiben und -klötze v. | 738 Euro |
Infotainmentbildschirm | ab 1297 Euro |
4 Sommerreifen (Dimension 235/45 R 18 94W) | 650 Euro |
Service-Links































