Skoda Yeti: Gebrauchtwagen-Test
Ist der Yeti wirklich ein fabelhafter Typ?
Skoda Yeti im Gebrauchtwagen-Test
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Mit cleveren Ideen mischte Skoda in den Nullerjahren den Markt auf. Der Yeti war 2009 das erste böhmische SUV. Trotz moderater 4,22 Meter Außenlänge wirkt es erstaunlich stämmig. Aufgrund einer beachtlichen Höhe von 1,69 Metern ist der Yeti geräumig und punktet mit einem flexiblen, voll familientauglichen Innenraumkonzept. Vorn sitzt es sich SUV-typisch leicht erhöht und bequem. Die Bedienung unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von der zweiten Octavia-Generation.
Der Yeti ist gebraucht noch immer gefragt
Spannender wird es im Fond: Drei Einzelsitze lassen sich längs verschieben und umklappen, an der Mechanik hakt es auch nach Jahren nicht. Bei ausgebautem Mittelsitz sind die äußeren Sitzplätze für ein besseres Raumgefühl nach innen verschiebbar. Genau solche Details sorgen für eine noch immer stabile Nachfrage am Gebrauchtwagenmarkt. Die Gebrauchtpreisspanne für die Yeti-Baureihe reicht aktuell von 3900 bis 22.900 Euro. Und ein Exemplar mit gehobener Ausstattung und seriöser Historie steht selten länger.

Das Hochdach-SUV ging 2009 an den Start. Unser Testwagen trägt das 2013 eingeführte Facelift.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Unser Testwagen stammt vom Autohaus Bergmann & Söhne in Hamburg-Harburg. Der mattobraune Yeti Outdoor 1.2 TSI Active wurde im März 2017 erstmals zugelassen und kostete neu inklusive Infotainmentsystem Swing, Klimaanlage und abnehmbarer Anhängerkupplung 22.670 Euro. Jetzt hat er 116.800 Kilometer abgespult und wäre für 12.790 Euro zu haben.
Die Basis bringt nur das Nötigste mit
Bis auf eine von kleineren Anfahrschäden geplagte Heckstoßstange, rostige Bremsscheiben und recht laute Reifenabrollgeräusche gibt es akut nichts auszusetzen. Auch auf welligen Nebenstrecken bleibt unser Testexemplar klapperfrei. Und mit dem 110-PS-TSI-Benziner (Euro 6) steckt unter der Haube ein recht verbrauchsgünstiges und für normale Alltagsaufgaben ausreichend kräftiges VW-Konzernaggregat. In der Basis spendierte Skoda dem Yeti allerdings nur das, was man zum Fahren wirklich braucht. ESP und elektrische Fensterheber waren serienmäßig an Bord, Infotainmentsysteme und USB-Anschlüsse blieben jedoch Extras.

Klare Bedienlogik, viel graues Plastik: Diesen Yeti steuert man ohne Studium der Betriebsanleitung.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Welches Baujahr ist das richtige? Während seiner Bauzeit reifte der Yeti wie ein guter Wein. Zwar verlor er zum großen Facelift Ende 2013 sein markantes Frontdesign, dafür wurde er in etlichen Details besser. Die größten Gebrauchtrisiken birgt das Antriebskapitel. Die Leistungsskala reichte über die gesamte Bauzeit betrachtet von 105 bis 170 PS. Insbesondere die frühen TSI-Benzinmotoren sind kritisch, da sie Steuerkettenprobleme und Ölverbrauch zeigen können.
Die 2.0-TDI-Motoren passen gut zum Yeti
Gut zum Charakter des Yeti passen die langlebigen und kräftigen 2.0-TDI-Motoren mit 110 bis 170 PS. Bis 2015 wurde der robuste, aber durch den Abgasskandal verrufene EA189-TDI (Euro 5) verbaut, bevor die Ablösung durch die Euro-6-TDI-Motorengeneration EA288 erfolgte. Bei den TSI-Benzinern erfüllen junge Exemplare ab Sommer 2015 mit EA211-Vierzylinderbenziner die Euro-6-Norm und sind empfehlenswerter. Insbesondere bei höheren Laufleistungen funktionieren Schaltgetriebe unauffälliger als die DSG-Varianten.
Ist die Geländeoptik glaubwürdig? Mit Frontantrieb ist der Yeti ein kreuzbraver Pkw. Mit dem als 4x4 vermarkteten Haldex-Allradantrieb taugt er immerhin für verschneite Gebirgspässe oder als Zugfahrzeug für je nach Motor maximal 1800 Kilogramm schwere Anhänger. Im Gelände können die möglichen Böschungswinkel (19 Grad vorn, maximal 60 Prozent Steigung) mit dem Technikzwilling VW Tiguan Track & Field nicht ganz mithalten. Was jedoch zahlreiche Jäger und Landwirte nicht von intensiven Feld- und Waldausflügen abhielt. Solche im Gelände strapazierten Exemplare sind generell zu meiden, denn Defekte am Haldex-Allradsystem kommen oftmals enorm teuer.
Technische Daten
Skoda Yeti 1.2 TSI | |
|---|---|
Motor | Vierzylinder/vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 |
Hubraum | 1197 cm³ |
Leistung | 81 kW (110 PS) bei 5600/min |
Drehmoment | 175 Nm bei 1400/min |
Höchstgeschw. | 179 km/h |
0–100 km/h | 10,9 s |
Tank/Kraftstoff | 55 l/Super |
Getriebe/Antrieb | Sechsgang man./Vorderrad |
Länge/Breite/Höhe | 4223/1793/1691 mm |
Kofferraumvolumen | 405-1580 l |
Leergewicht/Zuladung | 1340/545 kg |
Unterhaltskosten
Testverbrauch | 6,7 l S/100 km |
|---|---|
CO2 gem. NEFZ-Zyklus | 124 g/km |
Inspektion | 280-550 Euro |
Haftpflicht (18)* | 604 Euro |
Teilkasko (17)* | 627 Euro |
Vollkasko (15)* | 913 Euro |
Kfz-Steuer (Euro 6) | 128 Euro |
Ersatzteilpreise*
Lichtmaschine (AT) | 879 Euro |
|---|---|
Anlasser (AT) | 632 Euro |
Wasserpumpe (AT) | 435 Euro |
Zahnriemen | 600 Euro |
Nachschalldämpfer | 585 Euro |
Kotflügel vorn links, lackiert | 1554 Euro |
Bremsscheiben und -klötze v. | 629 Euro |
Infotainmenteinheit | 498 Euro |
4 Sommerreifen (Dimension 215/60 R 16 95 V) | 800 Euro |
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