Smart fortwo electric drive: Gebrauchtwagen-Test
Smart fortwo: Nie war ein Stromer smarter

Der Smart fortwo ED macht den E-Einstieg bezahlbar. Was taugt er gebraucht? In der City wirkt der verstromte Smart ausgesprochen flott.
Bild: Christoph Boerris / AUTO BILD
Die Idee ist älter als die Marke selbst. Smart-Erfinder Nicolas Hayeck dachte vom Start weg an elektrifizierte Mobilität. Doch bis zum ersten stromernden Serienmodell sollte es bis 2012 dauern. Wie schlägt sich der zweisitzige Klassiker, ein elektrifizierter Smart fortwo Electric Drive, nach viereinhalb Jahren gebraucht? Unser Testwagen entstammt der 2014 vorgestellten Modellgeneration 453 und wurde im Dezember 2017 erstmals zugelassen. Neu kostete er stolze 22.430 Euro. Mit nur 22.020 km auf der Uhr wäre er jetz bei Nord-Ostsee Automobile in Hamburg für 11.900 Euro zu haben. Aufgrund seines Alters ist der Smart nicht mehr förderungsfähig.
Wie ist der erste Eindruck? Optisch hat der schwarze Kleinwagen den ersten Lebensabschnitt ordentlich gemeistert. Bis auf eine kleine Delle am Dachholm und kleinere Lackmängel am hinteren Stoßfänger gibt der Zweisitzer eine rundum gepflegte Figur ab. Der Neuwagen-Besteller verzichtete auf zahlreiche Extras, aber auch mit Stahlfelgen, einfachen Stoffsitzen und ohne Navi lässt es sich gut und ehrlich leben. Nach wenigen Metern ist klar: Elektroantrieb und Smart passen auch gebraucht prima zusammen.
Smart fortwo electric drive: acht Jahre oder 100.000 km Garantie auf den Akku
Im Heck des ultrakurzen Mobils sitzt unter dem Kofferraumboden ein Drehstrom-Synchronmotor mit einer Spitzenleistung von immerhin 82 PS. Ergänzt wird dieser von einem mittig unter dem Fahrzeug verbauten Lithium-Ionen-Akku mit 17,6 Kilowattstunden Kapazität. Die Leistung reicht nicht zuletzt aufgrund des konstant anliegenden Drehmoments für flottes Vorankommen in der Stadt aus. Bei Geschwindigkeiten von 100 km/h und mehr, etwa auf Überland-Etappen, schmilzt die Reichweitenangabe im kleinen Kombidisplay allerdings dramatisch schnell.
Motor | Synchronmotor/hinten |
|---|---|
Batterieart | Lithium-Ionen-Akku |
Dauerleistung | 41 kW (60 PS) |
Spitzenleistung | 60 kW (82 PS) |
Drehmoment | 130 Nm |
Höchstgeschw. | 130 km/h |
0-100 km/h | 11,5 s |
Akkugröße/Kraftstoff | 17,6 kWh/Strom |
Getriebe/Antrieb | Eingangautomatik/Hinterrad |
L/B/H | 2695/1663/1555 mm |
Kofferraumvolumen | 260-350 l |
Leergewicht/Zuladung | 1085/225 kg |
Immerhin sorgt ein Seitenwindassistent für Fahrstabilität. Über 130 km Aktionsradius sind doch eher Neuwagen-Prospekttheorie. Rund 100 bis 120 Kilometer urbaner Alltag lassen sich zwischen den Ladestopps meistern, solange es nicht allzu kalt ist. Und wenn regelmäßig ausreichend lange Pausen einplanbar sind, denn mit dem ab Werk verbauten 4,6-kW-Lader (optional 22 kW) ist jeder Ladevorgang ein nerviges Geduldsspiel.

Pfiffig designtes Cockpit mit minimalistischem Charme und analogen Anzeigen für Leistungs- und Ladezustand.
Bild: Christoph Boerris / AUTO BILD
Dafür fällt das Hochvoltbatterie-Risiko beim Gebrauchtkauf noch gering aus: Smart offeriert immerhin acht Jahre oder 100.000 Kilometer Garantie auf den Energiespeicher. Sinnvoll für Kaufinteressenten ist es dennoch, in der Werkstatt vorab diverse Akku-Parameter auslesen zu lassen.
Mit der passenden Diagnosesoftware gibt es genauen Aufschluss über den Zustand: Neben der noch verfügbaren Kapazität in Prozent (SoC- Wert) sollten die Akkuspannung, das Spannungsniveau der einzelnen Zellen sowie die Spannungsdifferenz zwischen der schwächsten und stärksten Zelle gemessen werden. Passt die Akku-Gesundheit, ist dies eigentlich schon die halbe Miete. Aber auch ein genauer Blick auf die Fahrzeughistorie kann sich lohnen.
Vorsicht ist geboten bei Poolfahrzeugen
Der Smart wurde gerne von unterschiedlichen Carsharing-Anbietern als wirtschaftliches Poolfahrzeug genutzt. Solche Exemplare zeigen gemessen am Kilometerstand oftmals überdurchschnittlichen Verschleiß und sollten, wenn überhaupt, nur mit deutlichen Preisabschlägen in Betracht gezogen werden. Wem könnte der Elektro-Smart also gefallen?
Allen, die ein möglichst kompaktes Fahrzeug oder einen Zweitwagen für den Weg zur Arbeit oder kurze Strecken in der Stadt suchen. Sensationelle sieben Meter Wendekreis sorgen für enorme Handlichkeit. Für Fahrer aktueller Vier-Meter-Kleinwagen zu kleine Parklücken werden unerwartet locker nutzbar. Der fortwo passt als Elektrovariante in die Zeit – trotz seiner altmodischen Ladetechnik. Und solange der Akku nicht schwächelt, gehört die smarte Electric-Drive-Variante zu den im Unterhalt günstigsten Autos überhaupt.
Unterhaltskosten
Kosten | Unterhalt |
|---|---|
Testverbrauch | 12,6 kWh/100 km |
CO2 | 0 g/km |
Inspektion | 150-300 Euro |
Haftpflicht (11)* | 233 Euro |
Teilkasko (12)* | 256 Euro |
Vollkasko (11)* | 337 Euro |
Kfz-Steuer (Euro 6)* | 0 Euro |
Ersatzteilpreise*
Hochvoltbatterie | 12.556 Euro |
|---|---|
Steuereinheit E-Motor | 5872 Euro |
E-Motor | 3793 Euro |
Antriebswelle h. | 575 Euro |
Wasserpumpe HV-Batterie | 488 Euro |
Kotflügel vorn links, lackiert | 625 Euro |
Bremsscheiben und -klötze | 440 Euro |
Infotainmentbildschirm | 571 Euro |
4 Sommerreifen (165/65 R 15 T + 185,60 R 15 T) | 400 Euro |
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