Es ist eine kleine Revolution. Ende 1998 kommt ein rollender 2,50-Meter-Zwerg mit zwei Kunststoff-Türen und zwei Sitzen, drei Zylindern und vier Räderchen auf den Markt. Der Kleine ist kein Billigheimer. Bei 20 großen Scheinen liegt der Durchschnittspreis eines Smart zu jener Zeit – 20.000 Mark. Zunächst fährt der Smart als aufgeladener 0,6-Liter-Benziner mit 45, 54, oder 61 PS vor. Das Spitzentempo wird bei 135 km/h abgeregelt. Schnell geraten die hecklastigen Minis in Verruf, weil sie bei allzu flotter Fahrt zuweilen den Maikäfer mimen und auf dem Rücken liegen bleiben. Auch dynamisch gibt es Schwächen. Produzent Micro Compact Car muss nachbessern: Das City-Coupé erhält ein Günstig-ESP, Trust-Plus genannt.

Gebrauchte Smart finden: Gebrauchtwagenmarkt

Smart Fortwo Coupe mhd
Der Benziner ist spritziger, aber anfällig – zuverlässiger ist der Diesel. Immer nur Kurzstrecke mögen beide nicht.
Bild: Ulrich Sonntag
So etwas wie Federungskomfort ist aber nicht erkennbar. Smart ändert im Laufe der ersten Generation mehrmals die Fahrwerkabstimmung, zuletzt Ende 1999. Im Januar 2000 folgt ein Diesel. Der 0,8-Liter-Motor bringt 41 PS auf die Kurz-Kurbelwelle und soll nur 3,3 Liter verbrauchen. Im Alltag sind es rund vier Liter pro 100 km. Im Frühjahr folgt ein Cabrio mit E-Verdeck. Der März 2003 bringt frischen Aufschnitt. Der Smart ohne Dach und Frontscheibe heißt Crossblade, er bleibt bis Ende 2004 im Programm, ist aber nichts weiter als ein Image-Träger. Anfang 2003 wird der Kleine modellgepflegt, bei Smart-Mutter Daimler heißt das "gemopft" (von Modellpflege). Neben ein paar Optik-Retuschen (neue Scheinwerfer, Leuchten) erhält der Winzling nun ein richtiges ESP.Das Fahrwerk wird wieder neu abgestimmt. Und der Benziner leistet nun 50 oder 61 PS. Wer sich im Internet nach einem günstigen Kurzen umschaut, findet Endverbraucher-Smart ab 1000 Euro. Das sind die weniger beliebten "Ungemopften" (Kenner-Jargon) mit Blattfeder vorn. Viele davon haben weit über 100.000 km abgerissen, oft im Stadtverkehr. Mancher qualmt aus dem dünnen Auspuffrohr wie Altkanzler Schmidt in der Talkshow oder hat andere Motorprobleme (siehe Bildergalerie oben). Gute Smart liegen bei rund 4000 Euro. Und obwohl viele Teile aus Kunststoff sind, ist der Kleine nicht frei von Rost. Besonders der Unterboden und die Schweller neigen zum Gammeln. Beste Wahl: ein Diesel ab 2003, beim Spritsparen auch heute noch eine kleine Revolution.

Fazit

von AUTO BILD
Der Smart war neu nicht billig, gebraucht ist er es erst recht nicht. Er ist ein kleines Auto mit vielen Kleinigkeiten, die nerven können. Doch gut gewartete fortwo sind durchaus solide. Das Konzept des Zweisitzers ist konsequent, passt besser in die Zeit denn je.