Smart fortwo (Typ 453): Gebrauchtwagen-Test
Jetzt ist der Smart ein gesuchter Typ

Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
Alles ganz anders machte vor 26 Jahren der erste Smart aus dem französischen Werk Hambach. Einen vergleichbaren Kleinstwagen gab es zuvor nicht. Viele Kunden taten sich schwer im automobilen Verzicht und konfigurierten den Zweisitzer mit der hochfesten Tridion-Karosseriezelle trotz happiger Neupreise als edles und hippes Stadt- oder Drittauto.
Smart-Motto: weniger ist mehr
Das ist er: Der zweisitzige Smart fortwo bleibt auch als später Vertreter der 2014 vorgestellten Baureihe 453 seinen konstruktiven Ursprüngen treu. Er ist klein, wendig und unverschämt praktisch. Auf nur 2,69 Metern zeigt er, dass in verstopften Innenstädten weniger mehr ist. Seine charmant-rundliche Form mit kurzen Überhängen und das freundliche Design erinnern noch immer an die Ur-Idee des Smart-Schöpfers Nicolas Hayek. Im Hier und Heute ist ein fortwo außerdem ein Statement gegen Platzverschwendung. Gebraucht ist er als klassischer Verbrenner jedoch gegenwärtig deutlich gefragter als die Elektroversion EQ.

Die Stärken des Smart: Er ist nur nur 2,69 Meter kurz, wendig und somit unverschämt praktisch in der City.
Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
Große Vielfalt bei den Ausstattungen
Das hat er: Ein Blick auf die Ausstattungsliste zeigt, dass man auch auf wenig Raum nicht auf luxuriöse Details verzichten muss. Die Basisversion bietet elektrische Fensterheber, jedoch nicht einmal ein Audiosystem. In den höheren Ausstattungsvarianten Passion, Perfect und Prime spürt man, was im Kleinstwagen wirklich stecken kann. Empfehlenswert ist die Passion-Version mit Panorama-Glasdach und schicken Leichtmetallrädern. Sie verleiht dem Smart mehr Glanz. Die Fülle reizvoller Mehrausstattungen macht den kleinen fortwo zu einem feinen City-Mobil. Und Details wie Sitzheizung und Klimaautomatik erhöhen den Fahrkomfort.

Rundliche Cockpitlandschaft mit viel Hartplastik, aber schicken Details. Verarbeitung und Ergonomie sind ordentlich.
Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
Praktisch ist der optionale 35-Liter-Tank. Exklusiv, aber gebraucht empfindlich teurer sind die Brabus-Style-Varianten. Sie setzen noch eins drauf: Lederlenkrad, Aluminiumpedalauflagen und ein strafferes Fahrwerk sorgen für ein dynamisches Fahrerlebnis. Außen verstärken ein Bodykit und spezielle Brabus-Logos den sportlichen Auftritt, während der Innenraum mit erfreulich ansehnlichen Materialien glänzt.
Eine Klasse für sich sind die sündhaft teuren Tailor-made-Modelle: Kunden konnten zum Beispiel aus 30 verschiedenen Lederfarben und diversen Mattlacken wählen. Optional gab es außerdem eine Cabrio-Variante mit elektrischem Faltverdeck.
Technische Daten
1.0 | 1.0 Twinamic | 0.9 | 0.9 Brabus Twin. | 0.9 Brabus Ultim. 125 | |
|---|---|---|---|---|---|
Motor | Dreizylinder/Heck | Dreizylinder/Heck | Dreizylinder/Heck | Dreizylinder/Heck | Dreizylinder/Heck |
Ventile/Nockenw. | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
Hubraum | 999 cm³ | 999 cm³ | 898 cm³ | 898 cm³ | 898 cm³ |
Leistung | 45 kW (61 PS) bei 6000/min | 52 kW (71 PS) bei 6000/min | 66 kW (90 PS) bei 5500/min | 80 kW (109 PS) bei 5750/min | 92 kW (125 PS) bei 5500/min |
Drehmoment | 91 Nm bei 2850/min | 91 Nm bei 2850/min | 135 Nm bei 2500/min | 170 Nm bei 2000/min | 200 Nm bei 2000/min |
Höchstgeschw. | 151 km/h | 151 km/h | 155 km/h | 165 km/h | 175 km/h |
0–100 km/h | 15,16 s | 15,1 s | 10,4 s | 9,5 s | 9,2 s |
Tank/Kraftstoff | 28 l/Super | 28 l/Super | 28 l/Super | 35 l/Super | 35 l/Super |
Getriebe/Antrieb | Fünfgang man./Hinterrad | Sechsgang DCT/Hinterrad | Fünfgang man./Hinterrad | Sechsgang DCT/Hinterrad | Sechsgang DCT/Hinterrad |
Länge/Breite/Höhe | 2695/1663/1555 mm | 2695/1663/1555 mm | 2695/1663/1555 mm | 2740/1663/1543 mm | 2740/1663/k. A. mm |
Kofferraumvolumen | 260-350 l | 260-350 l | 260-350 l | 260-350 l | 250-350 l |
Leergewicht/Zuladung | 885/260 kg | 935/245 kg | 915/255 kg | 995/200 kg | keine Angaben |
In der Kürze liegt die Würze
So fährt er: In der Stadt ist der kleine fortwo in seinem Element. Mit nur 6,95 Meter Wendekreis meistert er engste Kurven und schmalste Straßen. Die hohe Sitzposition verschafft einen hervorragenden Überblick, Einparken wird zum Kinderspiel. Bereits der Dreizylinder-Basisbenziner bietet abgesehen von einer leichten Anfahrschwäche ausreichend Leistung für den Alltag, während die präzise Lenkung ein direktes Fahrgefühl vermittelt.

Wieselflink flitzt der Smart fortwo durch enge Kurven.
Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
Auf längeren Strecken zeigt sich, dass Geradeauslauf, Federung und Seitenwindanfälligkeit nicht mit größeren Fahrzeugen mithalten können. Gefragt ist die Twinamic-Automatik, die technisch eigentlich ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe ist und als Alternative zum manuellen Fünfganggetriebe angeboten wurde. Mit 109- bzw. 125-PS-Turbomotor bringen die Brabus-Versionen eine sportliche Note ins Spiel: Ihre Beschleunigung ist knackig, und das straffere Fahrwerk garantiert eine ausgezeichnete Straßenlage. Allerdings merkt man bei hohen Geschwindigkeiten den kurzen Radstand und die geringe Größe – der fortwo ist und bleibt auch hochmotorisiert im Kern ein Stadtauto.
Stärken
- Überragende Handlichkeit
- Überraschend gutes Raumangebot
- Ausstattungsumfänge auf Wunsch luxuriös
Schwächen
- Gemessen am Neupreis happige Gebrauchtpreise
- Turbomotoren häufiger mit Defekten
- Recht hohe Servicekosten
Im Detail können Mängel lauern
Das macht Ärger: Smart gab seinen Neuwagen zwei Jahre Neuwagen- und Lackgarantie sowie magere sechs Jahre Durchrostungsschutzgarantie mit auf den Weg. Relativ oft sind es defekte Pedalsensoren, die schlimmstenfalls zu Liegenbleibern führen. Marode Lambdasonden und Magnetventile sorgen häufiger für ruckelnde Motoren.
Teuer sind die beim 0,9-Liter-Turbo recht häufig auftretenden Turbo-Schäden. Für das Twinamic-Getriebe sollte man entgegen der Herstellervorschrift bei spätestens 50.000 Kilometer einen Ölwechsel einplanen. Beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) sind insgesamt 15 Rückrufe für den ab 2014 gebauten Smart fortwo der Baureihe 453 hinterlegt.
Unterhaltskosten
Testverbrauch | 6,6 l S/100 km |
|---|---|
CO2 | 94 g/km |
Inspektion | 250-800 Euro |
Haftpflicht (15)* | 542 Euro |
Teilkasko (13)* | 571 Euro |
Vollkasko (11)* | 715 Euro |
Kfz-Steuer (Euro 6) | 104 Euro |
Ersatzteilpreise
Lichtmaschine (AT) | 1429 Euro |
|---|---|
Anlasser (AT) | 963 Euro |
Wasserpumpe (AT) | 391 Euro |
Zahnriemen | entf., Steuerkette |
Nachschalldämpfer | 525 Euro |
Kotflügel vorn links, lackiert | 922 Euro |
Bremsscheiben und -klötze v. | 513 Euro |
Radioeinheit | 626 Euro |
4 Sommerreifen | 550 Euro |
Service-Links

































