Sommerreifen im Test: Stärken und Schwächen

Sommerreifen-Test 2021: 215/60 R 17

Sommerreifen für kompakte SUV im Test

Zehn Sommerreifen im Format 215/60 R 17, passend für zahlreiche Kompakt-SUVs – alle mit deutlichem Preisunterschied: Welcher Reifen hat das Zeug für den Testsieg?
Für unseren Allrad-Sommerreifen-Test 2021 haben wir zehn Sommerreifen im Format 215/60 R 17 ausgewählt. Einer Reifengröße, die zu vielen kompakten SUVs passt (unseren großen Sommerreifen-Test mit über 50 Reifen für die Kompaktklasse finden Sie hier). Man kann 525 Euro für einen Satz Sommerreifen ausgeben. Man kann aber auch rund 50 Prozent sparen und nur 265 Euro zahlen. In beiden Fällen gibt es fürs Geld vier neue Sommerreifen für einen kompakten Allradler. Der Unterschied: Wer mehr zahlt, fährt auf namhaften Markenreifen, wie dem französischen Michelin Primacy 4. Wer spart, ist fortan auf Discountreifen der erst 2011 eingeführten Marke Imperial unterwegs, Typ EcoSport SUV. Hinter Imperial steckt der belgische Reifengroßhändler Deldo, der seine Imperial-Pneus in einem der großen Reifenwerke in China herstellen lässt.

Sommerreifen aus China: richtig billig – aber auch gut?

Video: AUTO BILD Sommerreifen Tutorial

Startklar für den Sommer

Das erklärt den drastischen Preisunterschied zu den westlichen Markenreifen. Reifen aus chinesischer Produktion haben nicht gerade den besten Ruf in Westeuropa. Klar, sie sind richtig billig. Aber müssen sie deshalb zwangsläufig auch richtig schlecht sein? Der Imperial ist nicht der erste China-Reifen, der sich unseren Tests stellen muss. Und unsere Tests haben schon in der Vergangenheit zweierlei gezeigt: Zum einen lernen die chinesischen Reifenhersteller rasant dazu. Zum anderen kann man China-Reifen nicht über einen Kamm scheren. Sie sind so unterschiedlich wie die Reifen von traditionsreichen Herstellern. Vorurteile bringen also gar nichts. Man muss den Aufwand betreiben, professionell zu testen und zu messen.

Auf der kurvenreichen, bewässerten Teststrecke kommen die Schwächen des China-Reifens zum Vorschein.

©Toni Bader / AUTO BILD

Und siehe da: Beim Imperial EcoSport SUV bleibt die große Katastrophe aus. Schlechter als mit der Note 3 schneidet dieser Discountreifen in einer einzigen unserer 15 Disziplinen ab: Auf der kurvenreichen und bewässerten Handlingstrecke reicht es nur für die Note 4+ wegen des mäßigen Nässegrips in Kurven und vergleichsweise träger Lenkreaktion. Das ist deshalb fatal, weil schon eine einzige Note 4 unweigerlich zur Abwertung und damit zu unserem Gesamturteil "nicht empfehlenswert" führt.  Dieses Problem haben die restlichen neun Testkandidaten nicht. Auf die bedenkliche Note 4 rutscht keiner von ihnen ab, nicht in einer Disziplin. Die Plätze vor dem Imperial belegen die drei Fernost-Fabrikate Falken, Maxxis und Toyo sowie der BF Goodrich – eine US-amerikanische Traditionsmarke, die schon seit 30 Jahren in der Hand des französischen Reifenriesen Michelin ist.

Sommerreifen-Test 2021: Testsieger kommt von Goodyear

Die ersten fünf Plätze besetzen Reifen von fünf namhaften Traditionsmarken. Jeder von ihnen hat besondere Stärken, auf die der Reifenkäufer vielleicht individuell abzielt. Der Nokian (Platz 5) bringt vergleichsweise viel Traktion auf Gras und Kies, rollt aber mit mehr Widerstand ab. Der Continental (Platz 4) fühlt sich gerade auf Gras und Kies nicht wohl, ist aber unschlagbar bei der Nässehaftung. Der Bridgestone (Platz 3) bringt Bestwerte auf trockener Fahrbahn, verliert aber Punkte auf nassem Gras. Der Michelin (Platz 2) kommt nur auf Sand nicht gut voran, ist aber sonst sehr ausgewogen. Beim diesjährigen Testsieger Goodyear dagegen gibt es keine einzige Disziplin, in der er auch nur wenig ins Hintertreffen gerät. Da zahlt man dann gern auch den hohen Preis. Ein Satz Goodyear kostet etwa 500 Euro.
# Getesteter Reifen Bewertung*  
1.

Goodyear
EfficientGrip 2 SUV

96 V
Noten: 2+/2+/2+
Urteil: vorbildlich
EU-Label**: C/A/70 dB
 
2.

Michelin
Primacy 4

96 V
Noten: 2/2+/2+
Urteil: vorbildlich
EU-Label: B/A/69 dB
 
3.

Bridgestone
Turanza T005

96 V
Noten: 2/2/2+
Urteil: vorbildlich
EU-Label: B/A/71 dB
 
4.

Continental
PremiumContact6

96 V
Noten: 2-/2+/2+
Urteil: gut
EU-Label: C/A/71 dB
 
5.

Nokian
Wetproof SUV

100 V
Noten: 2+/2/2-
Urteil: gut
EU-Label: C/A/69 dB
 
6.

Falken
Ziex ZE310 EcoRun

96 V
Noten: 2-/2/2
Urteil: gut
EU-Label: C/A/67 dB
 
7.

Maxxis
Premitra 5 HP5

96 H
Noten: 2/2-/2
Urteil: befriedigend
EU-Label: C/A/70 dB
 
8.

BF Goodrich
Advantage SUV

96 V
Noten: 2/2-/2-
Urteil: befriedigend
EU-Label: B/A/70 dB
 
8.

Toyo
Proxes Comfort

100 V
Note: 2-/2-/2
Urteil: befriedigend
EU-Label: C/A/70 dB
 
10.

Imperial
EcoSport SUV

100 V
Noten: 2/3+/3+
Urteil: nicht empfehlenswert
EU-Label: C/C/71 dB
 
*Die angegebenen Noten sind die Kapitelnoten in den Testkapiteln "Gelände", "Nass", "Trocken". Kapitelnoten ab 2- und Einzelnoten (hier nicht abgebildet) ab 3+ in sicherheitsrelevanten Disziplinen erlauben kein "vorbildlich" mehr. Einzelnoten ab 3 in sicherheitsrelevanten Disziplinen führen zur Abwertung. Bei Notengleichstand sind die Hersteller in alphabetischer Reihenfolge sortiert.
Fazit: Bei diesem Reifentest für kompakte SUVs liegt das Niveau insgesamt hoch. Gleich drei Fabrikate erreichen das Urteil "vorbildlich", weitere drei ein "gut" und noch mal drei immerhin noch ein "befriedigend". Nur der China-Reifen verfehlt knapp ein befriedigendes Resultat.

Sommerreifen im Test: Stärken und Schwächen

Allrad Sommerreifen AufmacherAllrad Sommerreifen -  ImperialAllrad Sommerreifen - Toyo

Autoren: , , Martin Braun

Fotos: AUTO BILD Montage

Toni Bader / AUTO BILD

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