Wer mit dem Motorrad durch Spanien reist, muss sich auf eine wichtige Änderung einstellen. Ab dem 1. Oktober 2026 dürfen Motorradfahrer unter bestimmten Voraussetzungen den rechten Seitenstreifen benutzen. Die neue Regel soll den Verkehrsfluss verbessern und gleichzeitig die Sicherheit für Zweiradfahrer erhöhen.
Beschlossen wurde die Änderung im Rahmen einer Reform der spanischen Straßenverkehrsordnung, die der Ministerrat Ende Juni verabschiedet hat.

Seitenstreifen für Motorräder nur in Ausnahmefällen erlaubt

Die Freigabe gilt allerdings nicht generell. Motorradfahrer dürfen den Seitenstreifen nur dann nutzen, wenn mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind.
Erlaubt ist die Fahrt ausschließlich bei Stau oder stockendem Verkehr, und der betroffene Streckenabschnitt muss von der spanischen Verkehrsbehörde DGT ausdrücklich für diese Nutzung freigegeben sein. Auf dem Seitenstreifen gilt außerdem eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h.
Wer schneller unterwegs ist oder den Seitenstreifen außerhalb der freigegebenen Abschnitte nutzt, muss weiterhin mit Sanktionen rechnen.

Neue Schilder sollen die Freigabe anzeigen

Wie die neuen Strecken gekennzeichnet werden, ist bislang noch offen. Die spanische Verkehrsbehörde spricht lediglich von einer "entsprechenden Beschilderung". Möglich ist, dass bestehende Verkehrszeichen künftig durch ein Zusatzschild für Motorräder ergänzt werden.
Bis entsprechende Schilder aufgestellt sind, bleibt der Seitenstreifen grundsätzlich tabu.

Weitere Änderungen für Motorradfahrer

Die neue Seitenstreifen-Regel ist Teil eines umfangreicheren Maßnahmenpakets. Gleichzeitig verschärft Spanien auch die Vorschriften für die Schutzausrüstung von Motorradfahrern. Damit soll die Zahl schwerer Unfälle weiter reduziert werden.
Für deutsche Motorradfahrer, die mit dem Bike nach Spanien reisen, heißt das: Die neue Regel kann im Stau Zeit sparen; allerdings nur auf ausdrücklich freigegebenen Strecken und bei maximal 30 km/h. Wer die Voraussetzungen nicht beachtet, riskiert weiterhin ein Bußgeld.