Kreuz am Straßenrand
3368 Menschen starben 2014 bei Verkehrsunfällen auf deutschen Straßen.
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(mit dpa) Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland ist 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 29 auf 3368 gestiegen. Damit lag die Zahl aber immer noch auf dem zweitniedrigsten Stand seit 1950, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Zahl der Verunglückten insgesamt nahm im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Prozent zu. Ein wesentlicher Grund dafür waren laut den Statistikern die Witterungsbedingungen: Insbesondere die relativ milden Wintermonate und ein sehr warmer, trockener Frühling hätten zu mehr Getöteten und Verletzten geführt.

ACE: Stress macht Autofahrer zunehmend aggressiv

Bei günstigen Witterungsbedingungen werde mehr und häufig schneller gefahren. Zudem seien mehr ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Zweiradfahrer unterwegs. Dadurch steige die Schwere der Unfälle. Eine andere Erklärung für den leichten Anstieg der Verkehrstoten sieht der Verkehrsclub Auto Club Europa (ACE). "Wir beobachten in den vergangenen Jahren, dass die Ablenkung am Steuer deutlich zunimmt, insbesondere durch Smartphones und Infotainment. Das Fahren wird als Nebenaufgabe empfunden und genau darin liegt die Gefahr, denn Ablenkung tötet“, sagte Gert K. Schleichert, Leiter der Abteilung Auto & Verkehr beim ACE. "Grund für die steigende Ablenkung ist unter andere auch der Zeitdruck durch Arbeitsverdichtung, Terminhetze und psychischen Belastungen. Als Reaktion darauf lassen die Leute hinterm Steuer dann ihren ganzen Frust raus. Sie werden wortwörtlich rasend aggressiv. Hier gilt es, wieder an das Partnerschaftliche im Straßenverkehr zu appellieren. Nicht jeder vermeintliche Fehler muss mit der Hupe oder einer Geste kommentiert werden", so Schleichert.Trotz ständig wachsenden Verkehrs sank die Zahl der Verkehrstoten jahrzehntelang. Im Jahr 2013 hatte sie mit 3339 den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung. Das schwärzeste Jahr in der Statistik war 1970 mit mehr als 21.000 Verkehrstoten in Ost und West.