Streit über EU-CO2-Grenzwerte
Die Zeit läuft ab

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Der Streit um CO2-Richtlinien für die Autobranche ist eine europäische Hängepartie. Auch das Treffen der EU-Umweltminister brachte keine Lösung.

Peter Altmaier: "Richtlinie kommt in naher Zukunft".
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Die EU will aus Klimaschutz-Gründen die Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) begrenzen, die durch den Straßenverkehr in die Atmosphäre gelangen. Bis zum Jahr 2015 muss ein Grenzwert von 130 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer eingehalten werden – dies bezieht sich auf den Flottendurchschnitt der neuen Pkw. Wenn die Firmen die Vorgaben nicht einhalten, müssen sie Strafen zahlen. Insbesondere die Vorgaben für 2020 (95 Gramm CO2 pro Kilometer ) sind umstritten. Diplomaten hatten vor dem Treffen am Montag erklärt, für eine Einigung blieben etwa vier Wochen Zeit – sonst sei das Thema nicht mehr vor den Europawahlen des nächsten Jahres zu bewältigen.
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Der litauische Minister Valentinas Mazuroni erklärte: "Zusammen mit der (EU-)Kommission wird der Rat vorfühlen, um zu sehen, welche begrenzten Flexibilitäten noch möglich sind". Sein Land hat den Vorsitz der EU-Staaten. Es gab zwar eine Grundsatzeinigung im Juni. Altmaier dringt aber auf "Flexibilität". Einige andere Staaten, darunter Polen und Rumänien, äußerten Verständnis für die deutschen Bedenken. "Es scheint, dass einige an diesem Tisch noch echte und aufrichtige Bedenken haben", sagte der britische Minister Edward Davey.
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Daimler-Chef Zetsche sieht sich beim 95-Gramm-Ziel bis 2020 an der Grenze zur Überfoderung.
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Altmaier erklärte, ein Kompromiss müsse auf der Grundlage der bereits im Juni zwischen EU-Staaten, Europaparlament und EU-Kommission erzielten Einigung stehen. Damals hatten die Unterhändler das 95-Gramm-Ziel für das Jahr 2020 bestätigt, Herstellern aber Erleichterungen für die Produktion von Elektroautos eingeräumt. Deutschland hatte Ende September dann vorgeschlagen, dass 95-Gramm-Ziel erst 2024 voll einzuhalten. Damit würde das bisherige ehrgeizige EU-Ziel auf das Niveau der Vorschriften in den USA ab. Dort waren die Verbrauchsgrenzwerte lascher, weil die US-Amerikaner aus einer anderen Techniktradition mit größeren Autos und leistungsstärkeren Motoren kommen. Vielen ist die Vorgabe bis 2024 nicht ambitioniert genug. So verbraucht heute ein VW Golf TDI im Normzyklus 3,8 Liter Diesel (99 g CO2/km); die Sparversion BlueMotion unterbietet den Grenzwert für das Jahr 2024 von 3,5 Litern (95 g CO2/km) mit 3,2 Litern (85 g CO2/km) bereits deutlich. Das Gesetz würde für dieses Beispiel in den nächsten elf Jahren so gut wie keinen Entwicklungsdruck erzeugen, kritisieren Experten.

EU-Klimakommissarin Hedegaard ist enttäuscht, dass der für 2020 angepeilte Zielwert nicht beschlossen wurde.
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