Streit um neue CO2-Grenzwerte
"Kein Kleinwagen-Zwang"

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Umweltorganisationen fordern strengere Vorgaben zur CO2-Reduktion. VDA-Präsident Wissmann kontert: Neue Richtlinien sollten nicht vor 2017 festgelegt werden.
(dpa) Im Streit um Grenzwerte beim CO2-Ausstoß für die Zeit nach 2020 tritt der Präsident des Verbands der Automobilindustrie, Matthias Wissmann, auf die Bremse. Es sei noch viel zu früh, sich auf konkrete Grenzwerte festzulegen, sagte der VDA-Präsident im Interview mit dpa Insight EU. Schon um das aktuelle 95-Gramm-Ziel bis 2020 zu erreichen, müssten sich Autos mit alternativen Antrieben stärker durchsetzen – "es ist aber noch völlig offen, wie sich dieser Markt in den kommenden Jahren entwickeln wird". Weil es frühestens 2017 bis 2018 Klarheit darüber geben werde, solle erst dann ein Grenzwert für die Jahre nach 2020 vereinbart werden, forderte er.
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VDA-Präsident Wissmann: "Völlig offen, wie sich der Markt der alternativen Antriebe entwickeln wird."
Bild: VDA
Eigene Vorgaben verfehlt: CO2 Ausstoß von Politikerautos
Die deutsche Autoindustrie ist vor allem bei Oberklasse-Wagen stark. Insbesondere die Hersteller aber, die vor allem auf den Absatzmärkten in Europa unterwegs sind, haben es zurzeit schwer, etwa Fiat oder Opel. Der Absatz in Westeuropa ist angesichts der Schuldenkrise deutlich zurückgegangen. Wissmann sagte, das entscheidende Kriterium für die Klimabilanz eines Fahrzeugs sei seine Effizienz. "Ein Familienvan verbraucht nun einmal mehr als ein City-Auto. Zudem sollte die Regulierung Innovationen fördern, beispielsweise indem besonders effiziente Fahrzeuge und alternative Antriebe ausreichend angerechnet werden." Damit würden für alle Hersteller Anreize gesetzt, möglichst frühzeitig neue und anspruchsvolle kraftstoffsparende Technologien auf den Markt zu bringen.
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