Streusalz wird knapp
Wer hat Schuld am Chaos?

–
Das Streusalz wird knapp. Nun hat die Suche nach den Schuldigen begonnen. Sind es die Kommunen, die nicht planen können? Ist Abzocke im Spiel? Oder ist alles nur Panikmache?
(dpa/sb) Björn Lilljeqvist (65) steht in Bonn und wundert sich. "Ich bin gestern aus Schweden gekommen. Was hier liegt, ist im Vergleich nur leichter Puderzucker. Ich finde es komisch, dass es in Deutschland überrascht, wenn im Winter Schnee fällt." Und Yasmin Kharis (21) sagt: "Das war im letzten Jahr genau dasselbe! Schon krass, wenn dann in der Zeitung steht, es gäbe kein Streusalz mehr." Deutschland im Streusalz-Notstand – eine Blamage? Oder wieder nur die übliche Panik der Deutschen, die immer gleich ausrasten, wenn nicht alles genauso läuft wie sonst? Für den Mann auf der Straße – der eisglatten Straße – ist die Sache klar: "Diese Zustände sind katastrophal!" So schimpft Rüdiger Kendziora (52) aus Bonn. Seine Meinung: Die Kommunen sparen an der falschen Stelle. Einspruch aus Oberhausen. Knappe Kassen sind kein Grund für knappes Streusalz, sagt Rainer Suhr, Sprecher der Revierstadt mit gigantischem Schuldenberg. "Wenn die vertraglich zugesicherten Mengen pünktlich geliefert würden, hätten wir auch weiterhin keine Probleme."
Lesen Sie auch: Lkw ohne Winterreifen

Bild: dpa
Lesen Sie auch: Polizei will Tempolimit für Lkw

Bild: dpa
So ähnlich wäre es ja wohl auch, wenn sich der Winter jetzt plötzlich verabschieden würde, meint Landsberg. Die Städte beschränkten sich darum beim Streuen zwangsläufig auf die wichtigsten Straßen, die Rettungswege. Vielleicht müssten die Deutschen auch mal den Mut aufbringen, auf einer geschlossenen Schneedecke mit angepasstem Tempo zu fahren, so Landsberg. Und vielleicht müssten sie auch einfach mal akzeptieren: "Die Natur zeigt uns unsere Grenzen.“ Mehr Schnee auf den Straßen heißt: mehr Natur in der Stadt. Vielleicht kann man es so sehen. Wie beurteilen Sie das Verkehrschaos? Schreiben Sie uns gerne einen Kommentar!
Service-Links