Groß, größer, I 69 L. Das Flaggschiff von Sunlight ist ein echtes XXL-Mobil. Trotzdem soll der Riese mit seinem Basispreis von 54.999 Euro und einer üppigen Serienausstattung vor allem Einsteiger und Familien ansprechen. Viel Wohnmobil für wenig Geld: Funktioniert das? Das ist er: Ein Wohnmobil wie ein Loft auf Rädern! Das liegt zum einen an 7,43 Meter Fahrzeuglänge. Zum anderen schafft es Sunlight mit einem Innendesign aus Birkenholzoptik, mattweißen Schrankblenden und einer weißen Wandverkleidung, das Tageslicht zu reflektieren und auch den letzten Winkel des Innenraums in ein helles, weiches Licht zu tauchen. Für Helligkeit sorgen sechs Dachhauben, vier Aufbaufenster sowie die große Panoramafrontscheibe. Am Abend vermittelt das stimmungsvolle Lichtkonzept aus indirekter Beleuchtung auf Anhieb das Gefühl, zu Hause zu sein. So gekonnt schafft das kaum ein Integrierter dieser Preisklasse.

Großgewachsene müssen aufs vordere Hubbett umsteigen

Sunlight I 69 L
Privatsphäre ist im Sunlight I 69 L kein Problem. Das Schlafzimmer lässt sich durch die Badtür vom Wohnraum trennen.
Das hat er: Gaaaaanz viel Platz und noch mehr Stauraum. In die zwei Kleiderschränke, sieben Dachschränke und den großen Küchenblock mit tiefen Schubladen lässt sich problemlos Gepäck für eine mehrmonatige Ostseeumrundung unterbringen, ohne auf etwas zu verzichten. Nur logisch, dass auch die Heckgarage XXL-Maße hat. Camper jenseits von 1,80 Meter Körpergröße werden es allerdings schwer haben. Mit einem Blick aufs Queensbett wird schnell klar, wo Sunlight spart, um das loftige Raumgefühl zu erzeugen. Eigentlich passt es zum Verwöhnkonzept des Integrierten, doch das Maßband zeigt nur 1,85 Meter an der längsten Stelle. Da helfen auch 2,13 Meter Stehhöhe nichts. Der einzige Lichtblick für Großgewachsene ist das vordere Hubbett, das mit 1,95 Meter auf 1,50 Meter nicht nur deutlich mehr Platz bietet, sondern im Gegensatz zum Heckbett auch komfortabel gefedert ist. Doch Vorsicht beim Ausstieg! Wer am Morgen schlaftrunken die Leiter heruntertapst, kann sich auf der darunterliegen den Stufe im Wohnbereich schnell den Fuß verknacksen. Ansonsten gibt sich der Sunlight bekannt praxisnah: Kleiderhaken, Handtuchhalter, Spiegel und zahlreiche Ablageflächen finden sich im gesamten Fahrzeug.
Überblick: Alles zum Thema Wohnmobile

Im Slalom wankt der I 69 L deutlich spürbar

Sunlight I 69 L
7,43 Meter Länge und 2,33 Meter Breite – das große L im Fahrzeugnamen ist kein Zufall. Fahrdynamik ist da ein relativer Begriff.
So fährt er: Klar, dass ein Integrierter mit den Maßen eines I 69 L keinen Blumentopf in Sachen Fahrdynamik gewinnt. Doch etwas straffer darf es schon sein. So regelt das ESP im Slalom sehr träge. Zwar kippt der Sunlight nicht, doch das Wanken ist deutlich spürbar und sorgt bei hektischen Manövern für Schweißausbrüche. Dabei müssen Käufer für dieses Extra an Sicherheit sogar drauf zahlen: ESP und Beifahrerairbag kosten zusammen 998 Euro. Hinzu kommt das automatisierte Schaltgetriebe des Ducato (1999 Euro), dessen lange Aussetzer in den unteren Gängen schon mal nerven. Rollt der Sunlight aber, mausert sich die Automatik zum praktischen Feature für lange Autobahnetappen. Auch in Sachen Aufbaugeräusche ist noch viel Luft nach oben: Die Wandverkleidung zirpt, das Hubbett knarzt, und die (arretierte) Duschwand klappert munter vor sich hin. Geräuschempfindliche Camper sollten Nachrüstarbeiten mit Filzklebern und Gummibändern einplanen.

Fazit

von

AUTO BILD
Viel Wohnmobil fürs Geld: Das kann der I 69 L! Wer viel Platz und einen stimmungsvollen Wohnbereich mehr schätzt als ein gut abgestimmtes Fahrwerk und ein sanft schaltendes Getriebe, ist mit diesem Integrierten gut beraten. Fahrtechnisch machen es andere seiner Klasse besser. Urteil: 3,5 von fünf Punkten.