Die "Ermittlungsgruppe Tacho" der Münchener Kriminalpolizei soll aufgelöst werden. In den Jahren 2009 und 2010 hatte die Gruppe einen Schlag gegen Tachobetrüger vorbereitet, bei einer Razzia Anfang 2011 wurden 150 Betriebe und Privatwohnungen durchsucht, 230 Autos zur Beweisführung sichergestellt. Momentan werden 85 mutmaßliche Täter beschuldigt, Tachos manipuliert und Fahrzeugpapiere gefälscht zu haben, um erworbene Autos gewinnbringend verkaufen zu können.

Video: Tachotrickser

So arbeiten Tachotrickser

Trotz dieses Erfolgs soll die Gruppe nun ersatzlos gestrichen werden. Das bayerische Innenministerium und die Münchener Polizei sehen keine Veranlassung, die Tachomafia dauerhaft zu überwachen. Für den ADAC ein falsches Signal. "Die Arbeit der Münchener Polizisten hat Vorbildcharakter für alle Fahnder in Europa", sagt Ulrich May, Leiter Verbraucherschutz des Automobilclubs. Unterdessen haben sich die Tachobetrüger in München schon wieder formiert, berichtet ein Ermittler der Polizei. In Deutschland entsteht Gebrauchtwagenkäufern durch Tachobetrug jährlich ein Schaden von sechs Milliarden Euro, wie Ermittlungen der Polizei ergeben haben.
Ein sinnvolles Verfahren, um das eigene Auto schon von vornherein vom Verdacht des Tachobetrugs zu befreien, ist, ein digitales Serviceheft zu führen. Das kann dabei helfen, den Kilometerstand und die erfolgten Wartungen und Reparaturen zu belegen.