Taxifahren: Pro und Kontra
Taxifahren – nett oder nervig?

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Taxifahren in Deutschland: dreckig und speckig oder sauber und sicher? Mancher findet es nervig, sich von Fremden kutschieren zu lassen – manch Anderen freut's. Hier zwei höchst unterschiedliche Erfahrungswerte.
"Erlebe nur Möchtegern-Schumis und Folterknechte",
meint Redakteur Stefan Szych.
Ich hatte einen Traum: Ich stieg in ein Taxi und fühlte mich wohl. Der Fahrer war höflich, das Taxi sauber, die Sitze bequem, die Fahrt verlief ruhig, fast erholsam. Es roch nach Auto – gebraucht, aber gepflegt. Dann wachte ich auf. Und es war wie immer: Der Taxifahrer mürrisch bis unfreundlich, meinen Koffer verstaute ich selbst, das Nichtrauchertaxi stank nach kaltem Rauch, vermischt mit Schweiß und Old Spice, durch den Fußraum rollte eine Papiertüte mit den Resten eines Mettbrötchens.
meint Redakteur Stefan Szych.
Ich hatte einen Traum: Ich stieg in ein Taxi und fühlte mich wohl. Der Fahrer war höflich, das Taxi sauber, die Sitze bequem, die Fahrt verlief ruhig, fast erholsam. Es roch nach Auto – gebraucht, aber gepflegt. Dann wachte ich auf. Und es war wie immer: Der Taxifahrer mürrisch bis unfreundlich, meinen Koffer verstaute ich selbst, das Nichtrauchertaxi stank nach kaltem Rauch, vermischt mit Schweiß und Old Spice, durch den Fußraum rollte eine Papiertüte mit den Resten eines Mettbrötchens.
James Bond auf der Flucht?

Redakteur Stefan Szych.
Bild: AUTO BILD

Reporter Knut Simon.
Bild: Angelika Emmerling
sagt Reporter Knut Simon.
Soll ich Ihnen mal verraten, was das Beste am Fliegen ist? Das Taxi danach! Wie sehr freue ich mich nach drangvoller Enge in jettender Großraumwurst darauf, lässig nach dem nächsten Stern zu greifen – am Straßenrand. Weit aufschwingende Türen heißen mich willkommen, das Gepäck verschwindet wie von Chauffeurshand im Kofferraum, und jetzt kommt der alles entscheidende Moment: der Griff zum Verstellhebel des Beifahrersitzes, um diesen in der wirklich allerletzten Raste zu verankern – aaah! Herrlich. Der Rest geschieht so entspannt wie die Arbeit des leise murmelnden Diesels unter der Limousinen-Haube. Hineingeknautscht in knarzendes Kunstleder schließe ich halb die Augen, lasse mein Haupt gen Kopfstütze sinken und frage die wichtigsten Informationen beim Fahrer ab: "Viel los heute? Das Spiel am Wochenende gesehen? Möchten Sie auch 'ne Kippe?"
Profis am Steuer
Am Ende der Fahrt weiß ich meistens, wie lange der Typ schon Taxi fährt, welches Studium ihn dazu brachte und dass die guten Zeiten längst vorbei sind. Interessiert registriere ich die Spuren, die das Leben an Fahrer und Fahrzeug hinterlassen hat, bewundere den Tachostand von mehr als 700.000 Kilometern. Währenddessen fliegen Straßen und Gebäude an uns vorbei. Den Fahrstil des Profis am Steuer genießend, lehne ich mich seufzend noch etwas entspannter zurück. Am Ende der in der Regel viel zu kurzen Reise gibt es ein Lächeln und ein Trinkgeld. Und so geht es mir immer. Traumhaft.
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