Erste Fahrt im neuen London-Taxi

Taxipreise steigen krÀftig

Teure Droschken

Taxifahren wird in Deutschland wegen des Mindestlohns deutlich teurer. In einigen Regionen soll der Preisaufschlag bei bis zu 60 Prozent liegen.
(dpa) Taxifahren in Deutschland wird teils deutlich teurer. "Im Bundesdurchschnitt mĂŒssen wir Tariferhöhungen von 25 Prozent beantragen", sagte der PrĂ€sident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes (BZP), Michael MĂŒller, am 8. Oktober 2014 in Frankfurt. In einigen Regionen könnten es sogar 50 oder 60 Prozent sein, etwa in Mecklenburg-Vorpommern. "Wir mĂŒssen die 8,50 Euro Mindestlohn realisieren", begrĂŒndete MĂŒller. Ab 1. Januar 2015 gilt fĂŒr die bundesweit 200.000 bis 220.000 angestellten Taxifahrer der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Derzeit betrĂ€gt der Durchschnittslohn der Fahrer nach Angaben des Verbandes zwischen 6,00 Euro und 6,50 Euro pro Stunde.

Erste Fahrt im neuen London-Taxi

 
Einer Umfrage der "SĂŒddeutschen Zeitung" (SZ) zufolge haben VerbĂ€nde der Taxiunternehmen bereits in Hunderten StĂ€dten und Landkreisen Tariferhöhungen von bis zu 30 Prozent beantragt. Einige Kommunen haben bereits Erhöhungen beschlossen: In Hamburg beispielsweise mĂŒssen Taxi-Kunden seit 1. Oktober durchschnittlich 1,40 Euro pro Fahrt oder 7,8 Prozent mehr zahlen. Im Landkreis SchwĂ€bisch Hall sollen dem "SZ"-Bericht zufolge die Tarife von November an um durchschnittlich elf Prozent angehoben werden. In Dresden habe der Stadtrat Tariferhöhungen beschlossen, die Mitte Dezember in Kraft treten sollen: Dort sollen die Preise pro gefahrenem Kilometer je nach Zeitpunkt und LĂ€nge der Fahrt dann um 20 bis 30 Cent steigen.

Apps von Mitfahrbörsen: Taxifahrer demonstrieren

 
Die von den TaxiverbĂ€nden geforderten PreisaufschlĂ€ge sind nach "SZ"-Recherchen meist deutlich höher: In Hannover und Duisburg wollen die Unternehmer demnach durchschnittlich 25 Prozent mehr. In Stuttgart sollen es 20 Prozent sein, in Bremen 15 und in Delmenhorst 30 Prozent. Genehmigt werden mĂŒssen Tariferhöhungen von den jeweils zustĂ€ndigen StĂ€dten beziehungsweise Landkreisen. Den Verlust von Kunden – etwa an Konkurrenten wie das US-Unternehmen Uber, das ĂŒber einen Smartphone-Dienst FahrgĂ€ste an private Fahrer vermittelt – befĂŒrchtet das Taxigewerbe wegen höherer Fahrpreise zunĂ€chst nicht. "Bisher haben Tarifanhebungen nie zu einer Abwanderung von Kunden gefĂŒhrt", sagte VerbandsprĂ€sident MĂŒller. "Das waren aber auch nur Erhöhungen von zwei bis drei Prozent. Was bei 25 Prozent passiert, kann niemand abschĂ€tzen."Der Verband befĂŒrchtet allerdings weiterhin, dass zum Jahreswechsel 50.000 bis 70.000 Taxifahrer ihren Job verlieren könnten, weil Unternehmen die erhöhten Lohnkosten nicht tragen können. Nach Verbandsangaben gibt es in Deutschland 28.000 Taxiunternehmen mit 58.000 Fahrzeugen.

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