Verkehrschild Tempo 30 von 22-6h

Tempo 30: Hamburg, Tempolimit, Lärmschutz

Deutsche Großstadt weitet Tempo 30 aus

Hamburg will auf gleich 85 Straßen nachts Tempo 30 einrichten – auch auf großen Hauptstraßen. 35.000 Anwohner sollen dann besser schlafen können.
Der Hamburger Senat will mit einem nächtlichen Tempo-30-Limit auf 85 Straßen den Verkehr ausbremsen und damit für besseren Lärmschutz der dortigen Anwohner sorgen. Betroffen von der massiven Ausweitung sind überwiegend viel befahrene Straßenabschnitte, teils auf mehrspurigen Hauptstraßen. Ab Mitte 2022 werden im Rahmen des Hamburger Lärmaktionsplans 20 Sektoren von 22 bis 6 Uhr zu Tempo-30-Zonen, voraussichtlich 2024 kommen 65 weitere hinzu. Überall dort beträgt der Schallpegel derzeit nachts mindestens 55, teils sogar mehr als 60 Dezibel.
Die Absenkung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 km/h soll den Lärm um 2 bis 3 dB(A) reduzieren, was von der Wirkung her der Halbierung der Verkehrsstärken entspricht. Davon sei "eine spürbare Verbesserung" für die Nachtruhe von insgesamt rund 35.000 Anwohnern zu erwarten, sagte Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne).
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*Preise: Stand 21.01.2021
Nach Angaben des Umweltbundesamtes leiden deutschlandweit rund 2,6 Millionen Menschen nachts unter einem Geräuschpegel von 55 Dezibel, was einer normalen Gesprächslautstärke entspricht. In der Hansestadt sind es etwa 130.000 Betroffene. "Es gibt in Hamburg Umweltprobleme, die wir nicht überhören können und dürfen und deren Hauptverursacher der Kfz-Verkehr ist", so Kerstan. Zu viele Menschen seien nachts von Lautstärken über 55 Dezibel betroffen. Unter solchen Umständen sei nach Erkenntnissen der Lärmwirkungsforschung ein ungestörter Schlaf nicht mehr möglich, zugleich werde die Gesundheit gefährdet. Die eher langfristige Umsetzung der Maßnahmen sei in der nötigen Anpassung von Busfahrplänen, Ampel- und anderen Verkehrsleitsystemen begründet. Nach Angaben der Umweltbehörde wurde die Entwicklung gutachterlich begleitet. Die Öffentlichkeit kann sich bis zum 25. Juni 2021 online zu dem Vorhaben äußern.

Geplante Tempo-30-Zonen in Hamburg

Wo gilt Tempo 30 nachts ab 2022?

B73 Stader Straße/ Buxtehuder Straße zwischen Eißendorfer Pferdeweg bis ca. 50 m östlich der Feuerwehr (422 Betroffene) – B5 Eiffestraße zwischen Grevenweg und Beltgens Garten (218 Betroffene) – Hammer Steindamm zwischen Caspar-Voght-Straße und Sievekings Allee (166 Betroffene) – B75 Bremer Straße zwischen Hohe Straße und Eißendorfer Mühlenweg (158 Betroffene) – B5 Herderstraße zwischen Grillparzer Straße und Mozartstraße (190 Betroffene) – Schulterblatt zwischen der Bahnlinie bis zur Schanzenstraße (255 Betroffene) – Caspar-Voght-Straße zwischen Hammer Steindamm und Sievekingsallee (318 Betroffene) – Habichtstraße/Lauensteinstraße zwischen Jahnbrücke und Bramfelder Straße (754 Betroffene) – Mühlenkamp zwischen Semperstraße und Körnerstraße (247 Betroffene) – Ostfrieslandstraße zwischen Dangasker Weg (Bogen) und Steendiek (197 Betroffene) – Ritterstraße/Wagnerstraße zwischen Wandsbeker Chaussee und Blumenau (117 Betroffene) – Davidstraße zwischen Spielbudenplatz und Bernhard-Nocht-Straße (108 Betroffene) – Finkenwerder Norderdeich zwischen Steendiek und Brunnenstieg (47 Betroffene) – Bramfelder Straße zwischen Drosselstraße und Habichtstraße (207 Betroffene) – B5 Winterhuder Weg zwischen Mozartstraße und Beethovenstraße (233 Betroffene) – Bramfelder Chaussee zwischen Bramfelder Dorfplatz und Steilshooper Allee (164 Betroffene) – Barmbeker Straße zwischen Ohlsdorfer Straße und Dorotheenstraße (169 Betroffene) – B75 Wandsbeker Zollstraße/Ahrensburger Straße zwischen Holstenhofweg und Holzmühlenstraße (347 Betroffene) – B75 Ahrensburger Straße zwischen Ostende und Holstenhofweg (239 Betroffene) – Lokstedter Weg zwischen B433 Tarpenbekstraße und Eppendorfer Landstraße (84 Betroffene)

Wo gilt Tempo 30 nachts ab 2024?

Breite Straße zwischen Schleestraße und Kirchenstraße (127 Betroffene) – Elbgaustraße zwischen Dammstraße und Kieler Straße (261 Betroffene) – B431 Stresemannstraße zwischen Tasköprüstraße und Ruhrstraße (226 Betroffene) – B5 Bergedorfer Straße zwischen Schleusengrabenbrücke und Vierlandenstraße (177 Betroffene) – Max-Brauer Allee zwischen Bei der Friedenseiche und Holstenstraße (128 Betroffene) – Bahrenfelder Steindamm zwischen Stresemannstraße und Schützenstraße (431 Betroffene) – B5 Holtenklinker Straße/Rotenhauschaussee zwischen Curslacker Heerweg und Justus Brinkmann Straße (488 Betroffene) – Sievekingsallee zwischen Bahn und Quellenweg (265 Betroffene) – Barner Straße/Behringstraße zwischen Bahrenfelder Straße und Gaußstraße (471 Betroffene) – Steilshooper Allee zwischen Bramfelder Chaussee und Brücke über den Seebek (76 Betroffene) – Max-Brauer-Allee zwischen Ehrenbergstraße und Klopstockstraße/Palmaille (102 Betroffene) – Schiffbeker Weg zwischen Schiffbeker Brücke und Sturmvogelweg (243 Betroffene) – Dockenhudener Straße Elbchaussee zwischen Witts Allee und Schenefelder Landstraße (86 Betroffene) – Lange Reihe zwischen Baumeisterstraße und Schmilinskystraße (349 Betroffene) – B4 Budapester Straße zwischen Neuer Pferdemarkt (Süd) und Simon-von-Utrecht-Straße (111 Betroffene) – Langenfelder Damm zwischen B 4 Kieler Straße und Steenwisch (75 Betroffene) – Lokstedter Weg zwischen Frickestraße und Tarpenbekstraße (381 Betroffene) – Sportplatzring zwischen B 4/B 5 Kieler Straße und Basselweg (72 Betroffene) – B5 Wartenau zwischen Bahn und Eilenau (236 Betroffene) – Heußweg zwischen Eidelstedter Weg und Osterstraße (675 Betroffene) – Augustenburger Straße zwischen Kaltenkirchener Straße und Ring 2 (507 Betroffene) – Sander Damm zwischen Ulmenliet und Lohbrügger Landstraße (505 Betroffene) – Poelchaukamp zwischen Gellerstraße und Mühlenkamp (432 Betroffene) – Hellbrookstraße zwischen Steilshooper Straße und Habichtstraße (408 Betroffene) – Steenwisch zwischen Langenfelder Damm und Lutterothstraße (383 Betroffene) – Zur Seehafenbrücke zwischen Schwarzenbergstraße und Seehafenbrücke (375 Betroffene) – Binnenfeldredder zwischen Habermannstraße und Stadgrenze (285 Betroffene) – Beethovenstraße zwischen Winterhuder Weg und Bachstraße (230 Betroffene) – Bornkampsweg zwischen Langbehnstraße und B431 (173 Betroffene) – Sierichstraße zwischen B5-Hudtwalckerstraße und Bellevue (1.604 Betroffene) – Walddörferstraße zwischen Bezirksgrenze und Stephanstraße (1.206 Betroffene) – Mansteinstraße zwischen Eppendorfer Weg und Bismarckstraße (721 Betroffene) – Alsterkrugchaussee zwischen Erdkampsweg und Ratsmühlendamm (657 Betroffene) – Langenhorner Chaussee zwischen Flughafenstraße und Erdkampsweg (510 Betroffene) – Rentzelstraße zwischen Grindelallee und Schröderstiftstraße (504 Betroffene) – Quickbornstraße zwischen Eidelstedter Weg und B5 (442 Betroffene) – Wilstorfer Straße zwischen Moorstraße und A253 Hohe Straße (410 Betroffene) – Alsterdorfer Straße zwischen B5 Winterhuder Marktplatz und Lattenkamp (315 Betroffene) – Friedensallee zwischen Daimlerstraße und Barnerstraße (259 Betroffene) – Goetheallee zwischen Julius-Leber Straße und Max-Brauer Allee (243 Betroffene) – Reclamstraße zwischen Schiffbeker Weg und Öjendorfer Weg (148 Betroffene) – Dorotheenstraße zwischen B5 Barmbeker Straße und U-Bahn Querung (301 Betroffene) – Dorotheenstraße zwischen U-Bahn Querung und Krohnskamp (575 Betroffene) – Alter Teichweg zwischen Nordschleswiger Straße und Krausestraße (550 Betroffene) – Horner Landstraße zwischen Horner Brückenweg und Washingtonallee (881 Betroffene) – Billstedter Hauptstraße zwischen Schiffbeker Weg und Schleemer Weg (825 Betroffene) – Schiffbeker Weg zwischen Billstedter Hauptstraße und Reclamstraße (330 Betroffene) – Jarrestraße zwischen B5 Barmbeker Straße und Saarlandstraße (1.179 Betroffene) – Fuhlsbütteler Straße zwischen Rübenkamp und Hebebrandstraße (945 Betroffene) – Friedrich-Ebert Damm zwischen Gartenpark westlich Lesserstraße und Stephanstraße (941 Betroffene) – B5 Burgstraße Grevenweg zwischen Bürgerweide und Eiffestraße (799 Betroffene) – Georg-Wilhelm Straße zwischen Vogelhüttendeich und Neuhöfer Straße (783 Betroffene) – Tonndorfer Hauptstraße zwischen Wilsonstraße und Am Pulverhof (686 Betroffene) – Lohbrügger Landstraße zwischen Ladenbeker Furtweg und Lohbrügger Markt (650 Betroffene) – Steilshooper Straße zwischen Elligersweg und Habichtstraße (635 Betroffene) – Lesserstraße zwischen Friedrich-Ebert Damm und Walddörferstraße (635 Betroffene) – Behringstraße zwischen Griegstraße und Hohenzollernring (613 Betroffene) – Mundsburger Damm zwischen B5 Winterhuder Straße und Papenhuder Straße (604 Betroffene) – Osterstraße zwischen Methfesselstraße und Heußweg (568 Betroffene) – Lesserstraße zwischen Pillauer Straße und Friedrich-Ebert Damm (512 Betroffene) – Kleiner Schäferkamp zwischen Schröderstiftstraße und Weidenallee (432 Betroffene) – B5 Bergedorfer Straße zwischen Krusestraße und Sander Damm (418 Betroffene) – Fuhlsbüttler Straße zwischen Hellbrookstraße und Drosselstraße (216 Betroffene) – B5 Bergedorfer Straße zwischen Zufahrt Krankenhaus und Lohbrügger Landstraße (133 Betroffene) – Schiffbeker Weg zwischen Schiffbeker Höhe und Friedhof/Sturmvogelweg (557 Betroffene)
Bei der Einhaltung des nächtlichen Tempolimits von 30 km/h "vertrauen wir auf die Gesetzestreue der Bürgerinnen und Bürger", erklärte Senator Kerstan. In der Anfangsphase seien aber auch schwerpunktmäßige Kontrollen der Polizei möglich (so viel kostet zu schnelles Fahren). An sechs sogenannten Lärmbrennpunkten in Hamburg gilt bereits eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h, zum Teil sogar rund um die Uhr.  Zudem sollen 15 "ruhige Gebiete" neben Naturschutzgebieten auch die Friedhöfe Ohlsdorf und Öjendorf – festgelegt werden, in denen der Verkehrslärm nicht zunehmen darf. Zusätzlich will der Hamburger Senat 26 innerstädtische "Ruheinseln" in den Lärmaktionsplan aufnehmen. Auch dabei handelt es sich vor allem um Grünflächen und Friedhöfe.

Fotos: dpa

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