Tempolimit und E-Autos: Zwischen Akzeptanz und Ablehnung
So denken die Deutschen über E-Autos und Tempolimit wirklich

Bild: dpa
- Sarah Ignor
Tempolimit, Städtemaut, Verbrenner-Aus – aktuell gibt es viele Themen, die in der Bevölkerung für ordentlich Gesprächsstoff und Unmut sorgen. Lässt sich da ein Stimmungsbild zeichnen? Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hat es versucht und eine Umfrage durchgeführt. Hier erfahren Sie, wie die Lage wirklich aussieht.
Tempolimit auf Autobahnen polarisiert
Wie das RWI informiert, basiert die Studie auf Daten des RWI Klima-Mobilitäts-Panels für die Jahre 2018 bis 2024. An der bundesweiten Umfrage nahmen insgesamt 6.107 Personen aus dem Online-Panel forsa.omninet teil. Konzentriert hat sich das Institut bei der aktuellen Befragung auf die Akzeptanz in der deutschen Bevölkerung gegenüber 25 verkehrspolitischen Maßnahmen im Jahr 2024. Rund 63 Prozent der Befragten äußerten sich positiv, was ein Tempolimit auf Autobahnen von 130 km/h angeht. Seit 2019 sei die Zustimmung stark gestiegen. Gleichzeitig sei sie nach Angaben des Instituts aber auch eine der "am stärksten polarisierenden Maßnahmen, da sie gleichzeitig auf starke Zustimmung und große Ablehnung stößt. Es ist zudem die Maßnahme, bei denen die allermeisten Befragten eine eindeutige Präferenz angeben, also entweder dafür oder dagegen sind."
Autoabgabeprämie, Städtemaut, Verbrenner-Aus
Eine Autoabgabeprämie bekommt gerade einmal von 19 Prozent der Befragten Zustimmung. Bei der Autoabgabeprämie würden Sie Geld erhalten, wenn Sie Ihren Verbrenner abmelden. Unbeliebt sind außerdem die Städtemaut, ein Verbot von Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 und eine generelle Pkw-Maut. Die Zustimmungsraten lagen in diesen Bereichen zwischen 22 bis 24 Prozent.
Fernab vom Auto: Luftverkehr, Fahrrad, Bahn
Geht es nicht ums Autofahren, sondern um verkehrspolitische Maßnahmen in anderen Bereichen, zeigen sich die Befragten durchaus aufgeschlossen: So sind rund 73 Prozent für den Ausbau von Fahrradwegen und eine Kerosinsteuer für den Luftverkehr bekommt laut dem RWI ebenfalls eine relativ hohe Zustimmung. Für eine Fortführung des Deutschlandtickets sind etwa 70 Prozent. Rund 67 Prozent stimmen für einen kostenlosen ÖPNV. Die Ausweisung von Bus- und Bahnspuren auf staubelasteten Straßen befürworten 67 Prozent.
So lautet das Fazit der Umfrage
"Die Bevölkerung wünscht sich Maßnahmen zur Förderung von nachhaltiger Mobilität. Maßnahmen, die das Autofahren einschränken oder verteuern, lehnen die Befragten bis auf wenige Ausnahmen eher ab", sagt RWI-Umweltökonom Mark A. Andor. "Allerdings befürworten inzwischen die meisten Befragten und auch die Mehrheit der Autofahrer unter ihnen ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen von 130 km/h. Preisbasierte Maßnahmen, die häufig im Zentrum ökonomischer Lösungsvorschläge stehen, wie eine Städtemaut oder dynamische Preise im öffentlichen Nahverkehr, haben dagegen aktuell keine hohen Zustimmungswerte", so Andor.
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