Temposünder am Facebook-Pranger
So stellt die Stadt Dresden Raser bloß

Bild: Landeshauptstadt Dresden
Die Stadt Dresden geht neue Wege im Kampf gegen Temposünder: Statt nur hohe Strafen zu verhängen, setzt die Verwaltung auf öffentliche Bloßstellung. Wer besonders rücksichtslos fährt, landet als "Verstoß des Monats" auf der Facebook-Seite der Stadt – inklusive Beschreibung der Tat.
Temposünder am Pranger! Der erste Fall sorgt bereits für Diskussionen: Ein Autofahrer wurde mit 96 km/h in einer Tempo-30-Zone erwischt – mehr als das Dreifache des Erlaubten. Die Quittung: 1400 Euro Bußgeld, drei Monate Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg. Doch die höchste Strafe ist die öffentliche Aufmerksamkeit.
Die Stadtverwaltung schreibt auf Facebook: "Die Straße ist nur 5,2 Meter schmal und liegt in einem Wohngebiet. Jederzeit können Menschen oder Tiere die Straße queren. Bei dieser Geschwindigkeit wären schwere Unfälle mit gravierenden Folgen möglich gewesen."
Öffentlicher Druck statt nur Strafen?
Das Netz reagiert gespalten: Während viele Nutzer härtere Strafen fordern, kritisieren andere den Ansatz. Einige Kommentare lauten:
- "Solche Raser sollten nie wieder fahren dürfen!"
- "Wird hier Datenschutz mit Füßen getreten?"
- "Lächerliche Strafen für solche Vergehen!"
Die Stadt betont, dass Kennzeichen und Gesichter unkenntlich gemacht werden. Die Betroffenen bleiben anonym. Bleibt dennoch die Frage: Darf eine Behörde Verkehrssünder öffentlich anprangern?
Internationale Vorbilder: funktioniert soziale Kontrolle?
Dresden ist nicht die erste Stadt, die auf öffentliche Abschreckung setzt: Finnland koppelt Bußgelder ans Einkommen – ein Millionär zahlte schon über 100.000 Euro für zu schnelles Fahren. In manchen Schweizer Städten hängen Verkehrssünder-Plakate an Litfaßsäulen. Großbritannien nutzt das System "Community Speed Watch" – Anwohner melden Raser direkt an die Behörden.
Studien zeigen, dass soziale Ächtung oft wirksamer ist als hohe Geldstrafen. Denn niemand will als Rüpel-Raser dastehen.
Dresden setzt auf Bewusstseinswandel
Stadtsprecher Daniel Heine erklärt gegenüber BILD: "Wir erhoffen uns, dass die Leute solche Fälle reflektieren und diskutieren." Statt nur zu bestrafen, soll die Aktion Sensibilisierung schaffen – und vielleicht zum Umdenken anregen.
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