Test-Highlight 2025: McLaren Artura Spider
Artura Spider: Leichtfüßigkeit trifft 700‑PS‑Wucht

Der McLaren Artura überrascht: ein Hybrid voller Emotionen, der Einstieg spielt – und sich doch wie pure McLaren‑Leidenschaft anfühlt.
Bild: Lena Willgalis
- Manuel Iglisch
Wir sagen es geradeheraus: Der McLaren Artura ist ein Phänomen! Ein Einstiegsmodell, das sich so überhaupt gar nicht nach Einstieg anfühlt. Vor allem aber auch ein Vollhybrid, der trotz Akku, E-Reichweite und Lautlos-Modus so überhaupt gar nichts mit der frugalen Schonkost-Fortbewegung zu tun hat, mit der wir gepluggte Teilzeitstromer ehrlich gesagt noch immer ein wenig assoziieren.
Konzeptionell nicht unähnlich zum Ferrari 296 GTB, spielt der McLaren vor allem seine Leibhaftigkeit aus. Sein Cockpit ist ebenso reduziert wie sinnlich, der Draht zur Mechanik glasklar. Am schlanken Lenkradkranz hängt noch immer echte Hydraulik, dahinter sicheln die vielleicht schönsten Schaltpaddel der Automobilgeschichte, während im Heck ein V-förmiges Sextett den Vortrieb als Sturm orchestriert.

Der neu entwickelte Achtgang-Doppelkuppler integriert nicht nur die 95 PS und 225 Nm starke E-Maschine, sondern auch das elektronisch gesteuerte Hinterachsdifferenzial.
Bild: Lena Willgalis
Über den leicht fiebrigen Grundton des V6 erhebt sich ein sanftes Fauchen der Lader, dazu ein dezentes Fiepen aus der E-Maschinerie. Alles wirkt harmonisch ineinander verwoben, trotzdem imposant, während die Drehzahl mit dieser McLaren-typischen Leichtigkeit nach oben schnalzt, die die eigentliche Vehemenz des Vortriebs fast ein wenig kaschiert.
McLaren‑Handling ohne E‑Einfluss
21,6 Sekunden verspricht der Hersteller für den Sprint von null auf 300 km/h. Ein Wert, der so abartig viel schneller klingt, als er sich in der Realität anfühlt. Denn der Artura generiert Schub, als wäre es die schönste Nebensache der Welt. Locker, fast beiläufig und in einer Bandbreite, die erstmals von 2000 bis 8500 Touren reicht. Eine Treibladung als Dauerladung. Auch deshalb, weil der Akku den Sturm der beiden Lader erstaunlich lange mitgeht.

Auf der Strecke merkt man dem Artura seine Positionierung als Einstiegsmodell kaum an: Rundenzeiten auf 720S-Niveau – trotz milder Reifen.
Bild: Lena Willgalis
Aus dem Handling wiederum hält sich die E-Motorik weitestgehend heraus. Der Rahmen wird weiterhin von einer wunderbar filigranen Vorderachse und einem in sich ruhenden Südausläufer abgesteckt, der Traktion schmiedet, ohne die Agilität zu beschneiden. Gerade in mittelschnellen Ecken fährt gern ein leichter Hauch Kurveneingangs-Übersteuern mit, der auf Zug jedoch kaum entartet, sondern eher als sanfter Drall den Scheitel filetiert. Ein Drall, dessen Intensität sich in 15 Stufen feinjustieren lässt, ganz nach McLaren-Art eben.
Technische Daten: McLaren Artura Spider
- Motor: V6, Biturbo + E-Motor
- Hubraum: 2993 ccm
- Leistung: 700 PS
- Max. Drehmoment: 720 Nm
- Antrieb: Heckantrieb
- Getriebe: 8-Gang-Doppelkupplung
- Gewicht: 1560 kg
- Beschleunigung: 0–100 km/h in 3,0 s
- Höchstgeschwindigkeit: 330 km/h
- Preis: 273.073 Euro
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