Test-Highlight 2025: Porsche 911 GT3 992.2
Porsche GT3 992.2: wenn Stillstand trotzdem schneller ist

Trotz stagnierender Leistung zeigt der neue Porsche GT3, warum er eine Ikone bleibt: Präzision, Emotionen – und die Sensation, dass es ihn überhaupt noch gibt!
Bild: Almuth Heene
- Manuel Iglisch
Zum Erfolg verpflichtet – oder sollten wir besser sagen: verdammt? Wenn Porsche einen neuen GT3 bringt, dann hängen die Erwartungen naturgemäß hoch. So auch im Falle des diesjährigen Facelifts, das trotz zahlreicher Modifikationen mit einer gewissen Hypothek in den (Sachsen-)ring stieg.
Denn erstmals in der 26-jährigen Modellvita stagnierte das wilde Geflügel in Sachen Leistung, was natürlich sofort die Skeptiker auf den Plan rief, die sein ewiges Clubsport-Konzept endlich ausgereizt wähnten. Am Ende reichte es zwar trotzdem für glatte neun Zehntel Vorsprung auf den Vorgänger; doch waren die laut Meinung vieler größtenteils reifenbedingt.
Weshalb es der GT3 trotzdem in unsere diesjährige Hitparade geschafft hat? Nun, zum einen, weil das hochpräzise Handling in Kombination mit diesem Fräseisen von Motor einfach immer ein Spektakel ist – ungeachtet aller Zahlen. Zum anderen aber auch, weil wir an dieser Stelle nochmals eine Lanze für Porsche brechen wollen.

Mit dem optionalen Weissach-Paket hält auch der geschraubte Überrollkäfig in mattem Sichtcarbon Einzug.
Bild: Lena Willgalis
In Zeiten der immer schärfer schießenden Regulatorik besteht die eigentliche Sensation nämlich nicht darin, dass der GT3 tatsächlich noch einmal schneller geworden ist, sondern vor allem darin, dass es ihn überhaupt noch in dieser Form gibt!
Mehrwert, der sich nicht messen lässt
Und allen, die an seinem Mehrwert zweifeln, sei hiermit die Probe aufs Exempel empfohlen. Mag sein, dass man den athletischeren Drehmomentverlauf wirklich nur im direkten Abgleich zu seinem Vorgänger herausfühlt. Die kürzere Achse jedoch spürt man sofort. Und spätestens dann, wenn der Vierliter frenetisch in die 8000er hineinjubiliert und schrill seinem Begrenzer entgegensägt, verlieren Zahlen ohnehin einen Großteil ihrer Bedeutung.

Bis heute legendär: die eiserne Ausdauer auf der Strecke, die wirklich jeden Trackday übersteht. Die Fahrbarkeit auf den "normalen" Cup 2 ist so gut wie noch nie.
Bild: Almuth Heene
Weshalb wir an dieser Stelle auch erwähnen wollen, was im regulären Rundenzeiten-Geteste häufig untergeht: Ein GT3 braucht nicht immer den superklebrigen Cup 2 R; gerade der 992.2 funktioniert auf den "normalen" Cup 2 deutlich runder und besser als jemals zuvor. Noch so ein Mehrwert, der sich nur schwer in Zahlen ausdrücken lässt.
Technische Daten: Porsche 911 GT3
- Motor: B6
- Hubraum: 3996 ccm
- Leistung: 510 PS
- Max. Drehmoment: 450 Nm
- Antrieb: Hinterrad
- Getriebe: 7-Gang-Doppelkupplung
- Gewicht: 1479 kg
- Beschleunigung: 0–100 km/h in 3,4 s
- Höchstgeschwindigkeit: 311 km/h
- Preis: 209.000 Euro
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