Test Maserati Grand Turismo S
Touren-Wagen

Maserati legt nach und präsentiert im GranTurismo S einen hochdrehenden V8 mit mehr Hubraum und mehr Leistung. Unter den sportlich orientierten Coupés hat sich der Maserati zu einer echten Alternative entwickelt.
- Dietrich Erben
Maserati schwingt sich gerade von einem Verkaufserfolg zum nächsten. Mit ein Grund ist die erweiterte Modellpalette. Neu ist der GranTurismo S, der sportliche Ableger des Zweitürers – allerdings kostet das S 15.000 Euro Aufpreis.
Karosserie/Qualität
Einen Vergleich gegen deutsche Produkte braucht der Italiener nicht mehr zu scheuen. In Sachen Verarbeitung lag der Testwagen auf Augenhöhe, bei der Optik deutlich darüber. Egal ob am sensationell geformten Kühlergrill, am scharfen Schwung der vorderen Kotflügel oder am Heck – man kann sich einfach nirgendwo sattsehen. Damit das auch so bleibt, sollten die vorderen Parksensoren (775 Euro) mitbestellt werden – das Coupé ist sehr unübersichtlich.
Fahrfreude/Antrieb
Die begnadete Optik verbirgt nicht, dass der GranTurismo ein großes Auto ist. Und ein sehr schweres. Bei knapp zwei Tonnen Leergewicht schadet das Leistungsplus nicht. Zum Vergleich: Ein Porsche Carrera schafft schon 4,1 Kilo pro PS, der Maserati nur 4,4. Dafür bietet er deutlich mehr Hubraum. Eine neue Kurbelwelle und eine größere Bohrung stocken diesen um einen halben Liter auf. Mehr Durchzugskraft bringt das nicht, der V8 holt seine Kraft über die Drehzahl. Je höher er drehen darf, desto fulminanter geht es voran. Und desto besser klingt er. Vor allem, wenn die Sport-Taste gedrückt ist. Dann bollert, prasselt, trompetet und tönt es zum Niederknien. Bei jeder Drehzahl anders, aber immer berauschend.
Fahrleistungen
35 PS mehr und ein zusätzlicher Schwupps von 30 Newtonmeter auf der Kurbelwelle verbessern die Fahrleistungen deutlich. Der Testwagen verfehlte zwar die Werksangabe, nimmt einem von uns gemessenen GranTurismo aber eine halbe Sekunde ab.
Fahrwerk/Komfort
Sportlich ausgelegt, bügelt die Federung weit weniger Unebenheiten aus als etwa ein Mercedes CL – selbst ohne aktivierten Sportmodus. Dafür wird eine für Gewicht und Größe erstaunliche Agilität geboten. Die Sitze mit nicht einstellbaren Kopfstützen sind schick, aber nicht wirklich bequem.
Preis/Kosten
Wer mehr als 100.000 Euro in ein Auto investiert, wird sich an den teilweise saftigen Preisen für Extras und den Unterhalt nicht stören.
Fazit von AUTO BILD-Redakteur Dietrich Erben
Unter den sportlich orientierten Coupés hat sich der Maserati zu einer echten Alternative entwickelt. Als Gran Turismo S bietet er Leistung und tollen Sound. Der S-Aufpreis ist happig, die Performance entschädigt jedoch. Note 2.
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