Knuffig steht der neue Corsa auf  dem Asphalt. Aus großen Scheinwerferaugen blickt er neugierig in die Welt. Frauen können dem treuherzigen Blick schwer widerstehen. Mit ausdrucksstarkem Feinschliff von Steinmetz weckt das Auto jetzt auch bei Männern Kaufgelüste. Karosserie/Qualität: Alles sitzt und passt. Die Anbauteile des Opel-Tuners schmiegen sich so stimmig an den properen Corsa-Body wie ein Anzug vom Maßschneider. Mit schwarzem Sportgrill ohne Opel-Emblem sieht der Winzling plötzlich richtig erwachsen aus. Der schicke Endschalldämpfer mit trapezförmigem Doppelrohr macht einen weit weniger krawalligen Eindruck als die mittige Lösung des Corsa OPC. Fahrfreude/Antrieb: Spaß ist in der kleinsten Hütte. Der laufruhige Dieselmotor ist höheren Drehzahlen und Geschwindigkeiten nicht abgeneigt. Ein Zusatzsteuergerät soll 25 Mehr-PS und 40 Newtonmeter zusätzliches Drehmoment mobilisieren. Nur der zu lang übersetzte sechste Gang mindert das Vergnügen. Fleißige Handarbeit ist gefragt – aufgrund der geschmeidigen Schaltung aber zu verschmerzen.
Fahrleistungen: Auf den vielversprechenden ersten Eindruck folgt Ernüchterung. Was die Messwerte anbelangt, vermag sich der Tuning-Corsa kaum von der Serie abzusetzen. Der Spurt von 0 bis 100 km/h dauert 9,8 statt 9,9 Sekunden. Auch bei der Elastizität stellen wir keinen nennenswerten Vorsprung fest. Die versprochenen 210 km/h Spitze sind ebenfalls etwas hoch gegriffen: Wir messen 202 km/h – statt der serienmäßigen 195 km/h Spitze. An den schlechten Bremswerten von mehr als 40 Metern sind höchstwahrscheinlich die nagelneuen Reifen schuld.
Fahrwerk/Komfort: Kleiner Eingriff, große Wirkung. Tieferlegungsfedern senken den Schwerpunkt um 30 Millimeter ab. Geradeauslauf und Agilität stimmen versöhnlich. Der Komfort befriedigt, lediglich das unbequeme und zu hohe Seriengestühl drückt ins Kreuz. Preis/Kosten: Sonderangebote Fehlanzeige – das Preisniveau geht aber in Ordnung. Zumal alle Posten Montage und etwaige Lackierung enthalten.