Liegenbleibergrund Nummer eins ist bei Autos in Deutschland seit Jahr und Tag die Batterie – und dass beileibe nicht nur im Winter. Nach Angaben des großen deutschen Mobilitätsclubs ADAC hat das in erster Linie mit dem hohen Durchschnittsalter der in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge zu tun. Das steigt seit Jahren kontinuierlich an und lag nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes 2022 im Durchschnitt bei 10,1 Jahren.
Eine Ursache für Batteriedefekte liegt nach Ansicht von Experten am hohen Strombedarf moderner Komfortsysteme wie etwa Sitz-, Lenkrad-, Heckscheiben-, oder Außenspiegelheizungen. Zur hohen Ausfallquote trägt oft auch der seltene Batteriewechsel und dann der Einbau billiger Ersatzakkus bei. Experten raten dazu, eine Batterie spätestens nach fünf Jahren auszutauschen. Und wer bei einem Ersatzteil ausschließlich nach Preis entscheidet, spart womöglich am falschen Ende.
Problemfall Turbolader
Den Platz zwei sowohl bei der ADAC-Pannenstatistik als auch bei einer Forsa-Umfrage belegen Pannen, die ihre Ursache im weitesten Sinn in einem Defekt beim Motormanagement haben. Zwar werden klassische Motorschäden immer seltener, vor allem wegen der ständig besser werdenden Technik in diesem Bereich, dafür nehmen Probleme mit Turboladern zu. Irgendwie logisch, denn davon gibt es heute ja auch weit mehr als noch vor einigen Jahren.
Während es in diesem Fall außer regelmäßigen Inspektionen kaum eine Möglichkeit zur Vorbeuge gibt, sieht das beim Pannenverursacher Reifen schon ganz anders aus. Laut der Umfrage von Forsa ist fast jeder vierte Deutsche schon einmal wegen eines Reifendefekt am Auto liegen geblieben.
Das Alter der Reifen spielt auch eine wichtige Rolle.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Reifen regelmäßig kontrollieren
Sich davor zu schützen ist gar nicht so schwer. Regelmäßig nach der Restprofiltiefe und nach möglichen Schäden am Reifen schauen sowie regelmäßig den Luftdruck kontrollieren kann helfen, mögliche Schäden zu verhindern. Der Gesetzgeber schreibt übrigens eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor. Experten raten jedoch bei einem Restprofil von drei bis vier Millimetern zu einem Reifenwechsel.
Eine wichtige Rolle spielt auch das Alter der Reifen. Die sollten bestenfalls nach sechs, spätestens aber nach acht Jahren getauscht werden. Eine gesetzliche Regelung dafür gibt es allerdings nicht. Wann Pneus produziert wurden, erkennt man an der vierstelligen DOT-Nummer auf der Reifenflanke. 2018 etwa steht für die 20. Kalenderwoche im Jahr 2018.
Das alles gilt selbstverständlich auch für das Reserverad. Dieses hilft im Fall der Fälle nämlich nur, wenn es sich ebenfalls in einem einwandfreien Zustand befindet und den richtigen Luftdruck hat.
Kühlung beachten
Eine häufige Pannenursache sind Probleme mit der Kühlung. Zwar sind auch die dank modernerer Technologien rückläufig – überlastete Kühler mit qualmendem Motor kennt man eigentlich nur noch aus Spielfilmschinken – dennoch sollten Autofahrer vor allem vor einer längeren Fahrt den Füllstand des Kühlwasserbehälters kontrollieren. Im Winter muss zudem Frostschutz ins Kühlwasser.
Es gilt bei Problemen immer äußerste Vorsicht beim Öffnen des Kühlers walten zu lassen.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
Häufiger als fehlendes Kühlwasser sind aber Defekte an Thermostat oder Lüfter verantwortlich für Pannen. Dann hilft eigentlich nur das Öffnen der Motorhaube, um die Wärme entweichen zu lassen. Und bitte äußerste Vorsicht beim Öffnen des Kühlers. Bei Überdruck kann das heiße Kühlwasser rausspritzen und für heftige Verbrühungen sorgen.
Moderne Autos sind so etwas wie rollende Computer. Vollgestopft mit Elektronikbauteilen, die alles mögliche messen und regulieren. Aber eben auch kaputt gehen können. Oft ist ein Defekt die Folge, die sich selbst durch eine genaue Analyse in einer Werkstatt nur sehr schwer eingrenzen lässt. Deshalb Warnleuchten im Cockpit erst nehmen und lieber einmal zu oft einen Fachmann zu Rate ziehen.
Ärgernis leerer Tank
Ziemlich banal eigentlich und doch verschwindet es einfach aus keiner Pannenstatistik: Liegen bleiben mit leerem Tank. Zwar wird der Kraftstofffüllstand im Cockpit eigentlich von einem Zeiger oder digital dargestellt, dennoch sollte diese Anzeige auch plausibel sein. Besser etwas früher als zu spät tanken.
Wer mit leerem Tank auf einer Autobahn oder Kraftfahrstraße liegen bleibt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 70 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.
Pannenauto absichern
Wer trotz regelmäßiger Inspektionen und aller Vorsicht mit einer Panne an seinem Fahrzeug liegen bleibt, sollte vor allem die Ruhe bewahren und sich wie nach einem Unfall verhalten. Warnblinkanlage einschalten und wenn möglich das Auto aus dem Verkehr schieben.
Ist das nicht möglich, muss das Fahrzeug mit einem Warndreieck in ausreichendem Abstand gesichert werden. In der Stadt reichen ca. 50 Meter Abstand zum Auto aus. Auf Landstraßen sollten es ungefähr 100 Meter sein. Wegen der hier hohen Geschwindigkeiten sollte auf Autobahnen die Entfernung zwischen Warndreieck und Pkw mindestens 150 Meter betragen.