Tourenwagen-WM-Star Alex Zanardi gehört zu den populärsten Rennfahrern weltweit. Beim Großen Preis von Italien in Monza drückt der Italiener - natürlich - Ferrari und Landsmann Fisichella die Daumen.
Der italienische Tourenwagen-WM-Pilot Alex Zanardi (42) zittert mit Giancarlo Fisichella (36) bei dessen Ferrari-Debüt beim GP Italien in Monza . "Für einen Italiener ist es etwas ganz Besonderes im Ferrari vor den Tifosi Rennen zu fahren. Deshalb werde ich mir den Grand Prix vor Ort anschauen und Giancarlo die Daumen drücken", sagt der ehemalige Formel-1-Pilot im Gespräch mit autobildmotorsport.de. Zanardi erinnert sich: "Als kleiner Junge war es auch immer mein Traum Ferrari zu fahren. Das Letzte, was ich vor dem Einschlafen gesehen habe, war ich selbst in einem roten Renner in der Variante Bassa von Imola." Doch der Mythos habe durch die Internationalisierung des Teams seinen ganz großen Reiz verloren. "Als ich erwachsen wurde, wurde mir klar, dass Ferrari zwar eine tolle Mannschaft ist, aber kein Nationalteam mehr. Italienische Fahrer und Techniker wurden immer seltener. Dadurch ging für mich etwas von der Romantik verloren.“
Zanardi begeistert von Schumis Comeback-Versuch
Trotz amputierter Beine gehört der Italiener Alessandro "Alex" Zanardi zu den Top-Piloten in der Tourenwagen-WM.
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Von Michael Schumachers Comebackversuch ist der Italiener aber mehr als begeistert: "Ich bewundere Michael, habe großen Respekt vor seinem Fahrkönnen. Aber meistens trifft er seine Entscheidungen unter rein rationalen Gesichtspunkten. Diesmal war es das erste Mal in seiner Rennfahrerkarriere, wo er nichts zu gewinnen, aber viel zu verlieren hatte. Und zum ersten Mal sah es so aus, als würde er eine Entscheidung mit dem Herzen treffen. Davon war ich überwältigt! Dass ein so großer Champion wie er alle Karten auf den Tisch legt und sagt: 'Was soll’s! Für mich zählt nur die Liebe zum Motorsport. Ich fahre für Felipe, ich tu es für Ferrari, aber vor allem mache ich es für mich selbst, denn ich würde für die Möglichkeit für Ferrari wieder Rennen zu fahren sterben! Vielleicht kann ich in Valencia nicht siegen, vielleicht kann ich in Spa nicht siegen. Aber in Monza werde ich wieder der Alte sein.' Denn Michael Schumacher hat so viel Talent, dass es genauso gekommen wäre. Den Sieg in Monza habe ich ihm zugetraut. Und das hätte ich großartig gefunden!“
Verständnis für Ralf Schumachers DTM-Probleme
Drei Siege feierte Alex Zanardi (Mitte) bisher in der Tournenwagen-WM, zuletzt im Juni 2009 in Brünn (Foto).
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Auch seinen ehemaligen Williams-Teamkollegen Ralf Schumacher nimmt Zanardi in Schutz. „Wenn du dein ganzes Rennfahrerleben mit viel Power und Abtrieb in Formelautos gefahren bist, hast du das instinktiv drin“, erklärt der beinamputierte Rennfahrer im Hinblick auf Ralf Schumachers Probleme in der DTM. „Mit viel Speed in eine schnelle Kurve reinzufahren ist eigentlich gegen jede Logik. Im Formelsport ist es aber so. Je schneller du bist, desto besser funktioniert die Aerodynamik. Das prägt sich in dein Gedächtnis ein. Selbst ich mache nach fünf Jahren in der Tourenwagen-WM noch diesen Fehler. Wenn ich in eine mittelschnelle Kurve reinfahre, nehme ich den Fuß zu früh von der Bremse und lasse das Auto mit viel zu hoher Geschwindigkeit durch die Kurve rollen. Weil ich glaube, dass die Aerodynamik es mir erlaubt. Tut sie natürlich nicht. Deshalb gehe ich viel zu spät wieder aufs Gas, weil ich Panik schiebe, dass mir die Strecke ausgeht. In meinem und im Fall von Ralf Schumacher haben wir also Probleme zu der Fahrweise zurückzukehren, die eigentlich logisch ist: Nämlich vor einer Kurve rechtzeitig und hart genug zu bremsen und mit einer angemessenen Geschwindigkeit durchzufahren.“