Toyota Auris/Corolla gebraucht: TÜV-Report 2026
Beim gebrauchten Corolla/Auris nerven kleine Fehler

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Toyotas Kompakter sollte den Golf angreifen, blieb jedoch trotz Kombi und guter Diesel blass. Erst der Hybrid brachte einen Vorsprung – den schwache Bremsen verspielen. Drei Baureihen im Check!
Bild: Christoph Börries /AUTO BILD
Toyota Corolla (E210)
- Bauzeit: 2019 bis heute
- Motoren: 116 PS (1.2 T) bis 196 PS (2.0 Hybrid)
- Preis: ab 14.000 Euro

Diesel gibt es im aktuellen Toyota Corolla nicht mehr.
Bild: Christoph Börries /AUTO BILD
Das kann er: Unspektakulär zuverlässig mit der Kraft von E- und Verbrennermotor unterwegs sein. Neu ist der 2.0 Hybrid mit 184 PS Systemleistung (seit 1/2023: 196 PS).
Das macht Ärger: Bisher wenig. Rückrufe betrafen unter anderem die Kraftstoffpumpe (Brandgefahr), den drohenden Ausfall des Frontkollisionsassistenten und Softwarefehler im Bremssteuergerät.
Toyota Auris (E180)
- Bauzeit: 2012 bis 2019
- Motoren: 90 PS (1.4 D-4D) bis 136 PS (1.8 VVT-i Hybrid)
- Preis: ab 5500 Euro
Das ist er: Mutiger und modischer, zudem fünf Zentimeter länger als zuvor. Der Dreitürer entfiel, neu war der Kombi namens "Touring Sports" (Ladevolumen 530 bis 1658 Liter). Dank weniger Gewicht ist der Auris sparsamer als sein Vorgänger. Und besser ausgestattet.

Der Toyota Auris E180 ist sparsamer unterwegs als der Vorgänger.
Bild: Toni Bader
Das kann er: Genügsam schnurren. Der Basisbenziner (99 PS) lahmt, der Nachfolger ab 2015 mit 116 PS ist flotter unterwegs. Empfehlung: der sparsame 136-PS-Hybrid.
Das macht Ärger: Turboladerschäden beim Diesel. Einige Rückrufe nagten am Toyota-Image, darunter wegen Brandgefahr infolge defekter AGR-Kühler, Hybridelektronik und Kraftstoffpumpen.
Toyota Auris (E150)
- Bauzeit: 2007 bis 2012
- Motoren: 90 PS (1.4 D-4D) bis 177 PS (2.2 D-CAT)
- Preis: ab 2000 Euro
Das ist er: Der Corolla wurde zum Auris – ohne an Glamour zu gewinnen. Angeboten als Drei- und Fünftürer, mit sechs Benzinern und drei Dieselmotoren, der stärkste leistete 177 PS. Mit dem Facelift 2010 erschien ein Vollhybrid, der nur kurze Wege rein elektrisch schaffte.

Der Auris hatte als erstes Auto seiner Klasse Knieairbags.
Bild: Christian Bittmann
Das kann er: Ein sicheres Gefühl geben mit acht Airbags, erstmals auch solchen für die Knie. Das Fahrgefühl blieb indirekt, aber komfortabler als im Corolla zuvor. Kein Golf-Niveau.
Das macht Ärger: Der AUTO BILD-Dauertest endete mit der Note 2-. Mehrere Rückrufe betrafen diverse Airbagprobleme, die Hybrid-Elektronik und die Gefahr von Kraftstoffaustritt.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Ein solider Auftritt: Sowohl die Achsaufhängungen, Federn und Dämpfer als auch die Antriebswellen geben nur selten Grund zu Beanstandungen. Vereinzelt monieren die Prüfer Mängel an der Lenkung älterer E18. Rost tritt nie auf.
Licht
In diesem sicherheitsrelevanten Kapitel passt Toyotas Anspruch nicht zur Qualität. Vordere und hintere Beleuchtung aller Modelle liegen klar über dem HU-Durchschnitt. Auch in puncto Abblendlicht herrschen je nach Baujahr Licht und Schatten, nur die Blinker der bis zu fünf Jahre alten Corolla sind in Ordnung.
Bremsen
Die Bremsscheiben geben häufiger ein mangelhaftes Tragbild ab als im Durchschnitt, die Bremsleitungen korrodieren nur an den über zwölf Jahre alten Auris. Die Schläuche sehen tadellos aus. Fuß- und Feststellbremse geben in ihrer Funktion wenig Anlass zum Ärgern.
Umwelt
Erfreuliches Bild mit einer Auffälligkeit: Das Abgasrohr am E15 ist häufiger mangelhaft befestigt. Ansonsten sind die Werte in diesem Kapitel durchweg besser bis deutlich besser als der Schnitt. Selbst 13-jährige E15 verlieren im Vergleich zum gesamten Feld nur selten Öl am Antrieb.
Fazit
Ob Toyotas Kompakter Corolla oder Auris heißt – die Qualität geht grundsätzlich in Ordnung. Ärgerlich ist der oft frühzeitig mangelhafte Zustand der Bremsscheiben, die häufigen Lichtmängel sind dagegen leicht zu beheben. Gut stehen auch Auris E18 nach zehn Jahren da: 68,5 Prozent bestehen den TÜV-Termin ganz ohne Mängel – das sind vier Punkte mehr als im Mittel.
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