Marcel ist der ideale Hybridfahrer. Weil er so tiefenentspannt ist und ruhig fährt. Ich tingle mit dem holländischen Autoverkäufer durch seine Heimat. Er hat einen kleinen Exoten dabei: Der Toyota Auris Hybrid ist ganz offenbar in seinem Element, summt laut- und rucklos dahin. Und ich so? "Chrrr-pühhh." Bevor ich ganz einschlafe, setze ich mich lieber mal selbst ans Steuer. Kurvenfahrt! Fuß aufs Gas! Das stufenlose Getriebe lässt den unwilligen Vierzylinder laut schreien, die Energiesparreifen verlieren laut scharrend den Grip, die Hinterachse verteilt laut polternd Schläge. Ein Auto, zwei Gesichter.

Fans lieben das gute Gewissen, das stets mitfährt

Toyota Auris Hybrid
Etwas lieblos: typischer Hybrid-Arbeitsplatz mit irritierendem Wählhebel.
Seine Fans lieben die bei ruhiger Fahrt niedrigen Fahrgeräusche, das Sparpotenzial des Hybridantriebs und das gute Gewissen, einen echten Saubermann zu fahren. Seine Gegner stören sich am zerklüfteten Design, der synthetischen Lenkung, die rückmeldungsfrei arbeitet – vor allem aber am unter Last quälend lauten Antrieb, dessen stufenloses Getriebe sich immer nach schleifender Kupplung anfühlt. Auch der lieblose Innenraum mit viel billigem Hartplastik gibt keinen Anlass zu Kritik, jedenfalls nicht zu positiver. Die Qualität schon eher. Seit Einführung des ersten Prius Hybrid beherrscht Toyota die komplizierte Technik virtuos.
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Die Bremse leidet an Unterforderung

Schwachstellen muss man mit der Lupe suchen. So kann man es sogar als Lob auslegen, dass die Bremsen mitunter Probleme machen. Aufgrund der effektiven Rekuperation, die auf die Motorbremse setzt und gleichzeitig den Akku lädt, sind sie einfach unterfordert und rosten. Bei frühen Versionen streikte mitunter die klassische 12-Volt-Batterie, der Unterboden könnte etwas besser konserviert sein. Leiden auf sehr hohem Niveau. Ein echter Musterschüler eben. Leider haben sich die Talente herumgesprochen, gebrauchte Auris Hybrid sind nicht billig und dünn gesäht. Marcel ist das nur recht. Er sitzt wieder am Steuer und grinst. Sein blauer Kombi ist schon verkauft.

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Gebrauchtwagen-Test Toyota Auris Hybrid
Gebrauchtwagen-Test Toyota Auris Hybrid
Gebrauchtwagen-Test Toyota Auris Hybrid
Kamera
Gebrauchtwagen-Test Toyota Auris Hybrid

Fazit

Ein Toyota Auris ist nichts für Fans mit Benzin im Blut. Dafür fehlen ihm Seele und Feinschliff. Wen das nicht stört, der bekommt aber einen Alleskönner, der den Alltag souverän und mit höchster Zuverlässigkeit meistert. Urteil: vier von fünf Punkten.