Toyota Aygo: TÜV-Report 2026
Gebrauchter Aygo: Die Rache der Knauserigkeit

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Das Konzept dieses Stadtautos überzeugt: klein, günstig und sparsam sollte der Aygo sein. Dafür knauserte Toyota an Stellen, die auf Dauer böse ins Geld gehen können. Der Überblick aus dem TÜV-Report 2026.
Bild: Erwin Fleischmann
Der Toyota Aygo ist ein kompakter Cityflitzer mit wendigem Handling, pfiffigem Design und günstigen Unterhaltskosten – ideal für die Stadt und enge Parklücken. Viele Modelle sind gut gepflegt und zuverlässig, Schwachpunkte wie die Bremsen bei älteren Baujahren sollte man beim Kauf aber im Blick behalten. Zwei Generationen im TÜV-Check.
Toyota Aygo II
- Bauzeit: 2014 bis 2021
- Motor: 69 oder 72 PS (1.0)
- Preis: ab 5000 Euro
Das ist er: Der erste Aygo in schick – mit einem Manga-Gesicht und nur wenig veränderter Technik. Dafür wuchs die Auswahl an Ausstattungslinien; als Extras kamen etwa Bluetooth-Radio, Touchscreen und Rückfahrkamera an Bord. Der Dreizylinder-Benziner leistete bis 2018 noch 69, danach 72 PS, wobei er durch diverse Maßnahmen auch sparsamer wurde (Realverbrauch rund 5 l/100 km). Es blieb beim Drei- und Fünftürer sowie der Frage: Halbautomatik oder Handschaltung? Letztere überwiegt bei Weitem. Mit dem Facelift 2018 zogen Apple CarPlay und Android Auto ein, zudem wurde die Lärmdämmung verbessert.

Hinten Platz nehmen als Erwachsener? Bitte nur auf Kurzstrecken. Auch der Kofferraum ist klein.
Bild: Erwin Fleischmann
Das kann er: Einsteiger und Wenigfahrer zufrieden machen. Eine Parklücke findet der Aygo immer, kaum ein Auto (Hybriden ausgenommen) verbraucht weniger. Deshalb erlaubt der 35-Liter-Tank erstaunliche Reichweiten. Der Motor kommt mit den 985-Kilo-Leergewicht bestens klar, ab Tempo 100 wird's laut. Vorn ist es bequem, hinten für Große eng.
Das macht Ärger: Gelegentliches Klappern und Quietschen. Lockere Schlösser lassen Heckklappen klemmen. Rückrufe wegen Bruchgefahr der vorderen Stoßdämpfer, fehlender Bremsservokraft sowie Verletzungsgefahr an den hinteren Gurtschlössern bei einem Unfall.
Toyota Aygo I
- Bauzeit: 2005 bis 2014
- Motor: 68 PS (1.0)
- Preis: ab 900 Euro
Das ist er: Ein Stadtflitzer, der den japanischen wie europäischen Geschmack treffen soll: Toyota und PSA entwickelten und produzierten ihn gemeinsam, der Aygo ist technisch baugleich mit Citroën C1 und Peugeot 107. Es gab Drei- und Fünftürer, gerade mal fünf Extras und nur einen Motor. Der Dreizylinder-Benziner mit 68 PS hatte entweder Handschaltung oder – selten – eine Halbautomatik. ESP kam 2012, etwa ein Viertel des Bestandes ist damit ausgerüstet.

Der erste Aygo ist nahezu baugleich mit seinen Technikgeschwistern Citroën C1 und Peugeot 107.
Bild: Sven Krieger
Das kann er: Wendig (9,5 Meter Wendekreis) und sparsam vorankommen. Beim Verbrauch ist eine Fünf vorm Komma möglich. Für längere Strecken ist der Floh zu schwach und hoppelig, wird dabei unangenehm laut. Kofferraum? Hat den Namen mit nur 168 Liter Ladevolumen kaum verdient.
Das macht Ärger: Der sichtbare Sparzwang: Türfangbänder knacken, Kupplungen verschleißen, Schaltwege leiern aus. Erste Baujahre hatten Undichtigkeiten wegen defekter Gummidichtungen. Rückrufe betrafen eine fehlerhafte Schweißnaht an der Hinterachse, lose Seitenscheiben und ein schwergängiges Gaspedal.
Toyota Aygo: Mängeleinteilung*
Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher | |
|---|---|---|---|---|
Alter | ||||
2-3 Jahre | 83,0 (Ø 89,4) | 7,7 (Ø 4,0) | 9,3 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 82,0 (Ø 84,7) | 7,4 (Ø 5,3) | 10,6 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 78,7 (Ø 78,8) | 8,4 (Ø 7,6) | 12,9 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 73,4 (Ø 71,7) | 11,0 (Ø 10,0) | 15,6 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 63,4 (Ø 64,7) | 10,9 (Ø 12,4) | 25,7 (Ø 22,9) | 0,0 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 56,6 (Ø 56,0) | 13,3 (Ø 15,5) | 30,9 (Ø 28,4) | 0,1 (Ø 0,1) |
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Ganz ordentlich, denn Achsaufhängungen, Lenkgelenke und Antriebswellen fallen nicht über Gebühr auf. Die Achsfedern des jüngeren Modells moniert der TÜV-Prüfer schon im zarten Alter, die elektromechanische Servolenkung der über Zehnjährigen weist überdurchschnittliche Mängelquoten auf. Dann tritt auch Rost auf.
Licht
Finster. Sagen wir lieber, was über dem Schnitt liegt: die vordere Beleuchtung von Modellen ab zehn Jahren und die Warnblinker der Sechsjährigen. Alles andere liegt deutlich über dem Fehlermittel. Das Abblendlicht ist meist doppelt so oft defekt wie bei Mitbewerbern in dieser Klasse.
Bremsen
Noch eine klare Schwachstelle. Schon ab der zweiten HU ist die Fußbremse anfällig, während die Feststellbremse insgesamt solide arbeitet. Korrodierte Bremsleitungen sind vor allem ein dickes Problem der ersten Generation, der Scheibenverschleiß aller Jahrgänge ist überdurchschnittlich.
Umwelt
Endlich mal was Gutes. Ob Dichtigkeit von Motor, Getriebe oder Rost an der Abgasanlage: Alle Werte sind deutlich besser als im Schnitt. Einziger Ausrutscher ist Ölverlust bei den jüngsten Exemplaren.
Fazit
Ein praktischer, wendiger Stadtwagen, dazu noch günstig im Unterhalt: Das Konzept des Aygo scheint aufzugehen – doch auf Dauer drohen teure Aufschläge, denn die HU zeigt diverse Mängel: Verschlissene Bremsscheiben, Defekte an der Fußbremse sowie an Bremsleitungen der frühen Modelle gehen schmerzhaft ins Geld. Wer sich in den Aygo verguckt, sollte das wissen und genau prüfen.
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