Toyota Century (2017): Test

Toyota Century (2017): Test

Toyota Century (2017): Test

Wollsitze im Japan-Rolls

Toyota erneuert den legendären Century – nach 20 Jahren Bauzeit. Auch die dritte Generation bleibt schrullig und herrlich altmodisch. AUTO BILD macht die Sitzprobe!

Video: Toyota Century (2017)

Der Japan-Rolls

Der neue Toyota Century wirkt wie aus der Zeit gefallen. Die Front des exklusiv in Japan angebotenen Rolls-Royce-Pendants, das seit 1967 in Handarbeit gebaut wird und 2018 erst in die dritte Generation geht, ist von einem großen Kühlergrill geprägt. In ihm prangt das Symbol des Century, der Phönix. Die neuen LED-Scheinwerfer sind nahezu quadratisch geformt und unterstreichen die Klarheit des Designs. In der Seitenansicht erkennt man, dass die Designer komplett auf Sicken und Kanten verzichtet haben, um der rund 5,54 Meter langen Limousine einen majestätischen Auftritt zu verpassen. Im unteren Bereich der Karosserie verläuft um das ganze Fahrzeug eine silberne Zierleiste. Im Heckbereich fallen vor allem die großen Rückleuchten auf, die von einer schmalen silbernen Zierleiste umrahmt sind.

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Für den Century gibt es nur eine Option

Der Innenraum steht der Karosserie in Sachen klassischer Gestaltung in nichts nach. Im Gegenteil: Die Fahrgastzelle setzt noch einen drauf! Anstelle von Leder ist das Innere mit Woll-Bezug ausgeschlagen, für den sich die Hälfte der Kunden entscheidet. Die andere Hälfte wählt die einzige Option, die es für den Century gibt: die Lederausstattung. Die Stoff-Sitze sind weich und fühlen sich an, als wären sie die auferstandenen Geschwister von Uromas Sofa. Gleiches gilt für die Rüschengardinen. Fehlt nur noch ein Kacheltisch. Sonderbar entrückt sitzt man auf dem Chefplatz hinten links – wir befinden uns schließlich in Japan, wo Rechtsverkehr herrscht. Die Sitzposition ist sehr bequem, trotzdem fühlt sich der Century nicht herausragend geräumig an. Und das, obwohl der Beifahrersitz nach vorne geklappt ist und einem hilfsbereit eine Fußstütze entgegenstreckt. Das Holz und die Metalleinfassungen der Türöffner sind passgenau verarbeitet – für das Kaisermobil zeigen die Handwerker, was sie können. Gemessen am Youngtimer-artigen Materialmix wirkt der große Monitor aber seltsam deplatziert im Century, der innen so vollkommen anders ist als in moderne europäische Luxusfahrzeuge – und die Insassen wahrscheinlich gerade deshalb so in seinen Bann zieht.

V8-Hybrid statt V12 im Toyota Century

Die Bridgestone-Reifen sind eine komplette Neuentwicklung und sollen besonders komfortabel abrollen.

Bei aller Tradition – ein entscheidendes technisches Detail ändert sich mit der dritten Century-Generation: Der althergebrachte V12-Motor wird im Neuen durch ein modernes Hybridsystem ersetzt, das Verbrauchsbestwerte für die Luxusklasse ermöglichen soll. Die elektrischen Komponenten arbeiten mit einem 5,0-Liter großen V8-Benziner zusammen. Optimierte Motorlager sollen die Vibrationen und den Geräuschpegel im Fahrzeug weiter senken. Neu entwickelte Reifen und ein Luftfahrwerk sollen die Mitglieder des japanischen Kaiserhauses sowie Größen aus Wirtschaft und Politik besonders komfortabel befördern. Die Sicherheitsausstattung beinhaltet einen Kollisions- und Tote-Winkel-Warner. Beim Preis schweigt Toyota noch. Der Vorgänger kostete rund 12,5 Millionen Yen – etwa 100.000 Euro. Selbst, wenn Toyota beim Neuen einen Technik-Aufschlag verlangt, ist das im Grunde nicht besonders viel Geld für diesen Luxus-Dinosaurier, der monatlich maximal 50 Mal vom Band läuft.

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Autoren: Elias Holdenried, Peter R. Fischer

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