Matthias Meyer ist Reifen-Experte bei Michelin. Er hat viele Jahrzehnte Erfahrung im Motorsport gesammelt. Unter anderem unterstützt er bei Roadshows und Trackdays. Er kennt alle Kniffe und Tricks, um den Reifen auf die richtige Betriebstemperatur zu bringen.
AUTO BILD: Zwei, drei Runden auf der Nordschleife bei den Touristenfahrten – was sollte man bei den Reifen beachten?
Matthis Meyer: "Bei zwei, drei Runden kann ich nur empfehlen, erstmal nichts am Reifendruck zu verändern. Aber nach den Runden den Reifendruck bei allen Reifen überprüfen, bevor es nach Hause geht."
 
Ein Wochenende Trackday auf der Nordschleife, 10 bis 20 Runden. Machen das die Reifen mit?
"Ein neuerer Reifen, maximal vier bis sechs Jahre alt, in gutem Zustand schafft das locker. Damit kann man danach auch wieder den Heimweg antreten. Das ist kein Problem, wenn man den Reifen pflegt. Wer seinen Reifen richtig fordert, kann natürlich auch einen Extra-Satz Reifen für die Rennstrecke mitnehmen und wechseln."
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Muss ich den Luftdruck bei einem Trackday ändern?
"Die ersten Runden sollte man sich die Strecke anschauen, vom Zustand der Asphaltierung ein Bild machen. Das geht mit normalem Druck. Erst danach sollte man peu à peu den Reifendruck durch Senken anpassen, da der erhitzte Reifen jetzt zu viel Druck hat.
Aber Vorsicht: Senkt man den Druck möglicherweise auch zu stark, dann kann man sich bei niedrigen Temperaturen am Curb den Reifen kaputt machen. Der geht nicht gleich kaputt, vielleicht erst ein halbes Jahr später auf der Autobahn. Hat man mal harten Kontakt gehabt, sollte man diesen Reifen im Blick behalten, auf Blasenbildung an den Flanken achten.
Wichtig! Diesen Fehler machen häufig Anfänger: Nach dem Trackday unbedingt wieder den Luftdruck auf vorgegeben Wert erhöhen, bevor es heim geht. Das ist essenziell!
Er hat immer den richtigen Druck: Matthias Meyer ist Reifen-Experte bei Michelin.

Tipp: Schlangenlinie fahren bringt in der Regel wenig, um den Reifen schnell auf Temperatur zu bringen. Brutales häufiges Bremsen schon mehr. Das kann ich allerdings im laufenden Betrieb eines Trackdays nicht empfehlen."
Für Rennstrecken-Süchtige: Eine Woche Nordschleife mit bis zu 100 Runden. Wann sind die Reifen durch?
"Wer so intensiv fährt, muss natürlich die Reifen wechseln. Da machen aber auch andere Komponenten, wie die Bremsen, nicht über den gesamten Zeitraum mit."
Was sollten Profis für die Reifen immer dabeihaben?
"Luftdruckprüfer, Wagenheber, Drehmomentschlüssel, Luft-Kompressor und auch ein Wärmemessgerät sind empfehlenswert für den erfolgreichen Trackday."