Tracktest Ford Fiesta R2
Wieder ein Ford-Schritt

Die exklusive Pirsch im Nachfolger des beliebtesten Rallye-Einsteigerautos. Beim Abschlusstest des brandneuen Ford Fiesta R2 übernehmen wir das Steuer von M-Sport-Junior Matthew Wilson.
Bild: Niklas Hagenau
- Niclas Hagenau
Der Zeitplan ist straff. Ende Juli müssen alle Details stehen. Am 1. August muss der brandneue Ford
Fiesta R2 zur Zulassung bei der Motorsportbehörde FIA sein. Der Plan: Der Neuwagen soll die erfolgreiche, rund 300-mal verkaufte Rallye-Version des Ford Fiesta ST überflügeln. Also rein in die neueste Kreation von Ford-Entwicklungspartner M-Sport. Matthew Wilson, einer der Topfahrer der Rallye-WM (mit 19 Punkten aktuell auf Rang 7) und Sohn von Ford-Teamchef Malcolm Wilson übergibt das Steuer. "Du wirst dich wundern", gibt er mir mit auf den Weg. "Dies ist ein richtiges Rennauto – ganz anders als sein Vorgänger." In der Tat: Schon beim Start zur schnellen Pirsch lässt sich der Ford-Schritt erkennen. Der Schaltstock des sequenziellen und unter kräftigem Druck zu schaltenden Fünfgang-Getriebes steht ebenso aufrecht im Cockpit wie der Hebel der hydraulischen Handbremse.
Fiesta R2 zur Zulassung bei der Motorsportbehörde FIA sein. Der Plan: Der Neuwagen soll die erfolgreiche, rund 300-mal verkaufte Rallye-Version des Ford Fiesta ST überflügeln. Also rein in die neueste Kreation von Ford-Entwicklungspartner M-Sport. Matthew Wilson, einer der Topfahrer der Rallye-WM (mit 19 Punkten aktuell auf Rang 7) und Sohn von Ford-Teamchef Malcolm Wilson übergibt das Steuer. "Du wirst dich wundern", gibt er mir mit auf den Weg. "Dies ist ein richtiges Rennauto – ganz anders als sein Vorgänger." In der Tat: Schon beim Start zur schnellen Pirsch lässt sich der Ford-Schritt erkennen. Der Schaltstock des sequenziellen und unter kräftigem Druck zu schaltenden Fünfgang-Getriebes steht ebenso aufrecht im Cockpit wie der Hebel der hydraulischen Handbremse.
Der 163 PS Motor verlangt einen schweren Gasfuß

Bild: Niklas Hagenau
Bremssättel aus der amerikanischen NASCAR-Serie packen zu

Bild: Niklas Hagenau
Günstiger Rallye-Bolide
Ähnliches gilt für das gesamte R2-Paket. Rund 24 000 Euro kostet das top ausgestattete und über 40 Punkte umfassende Rallye-Umbaukit, das unter anderem den Sicherheitskäfig, das komplette Fahrwerk, ein sequenzielles Getriebe, die Bremsanlage inklusive hydraulischer Handbremse, Unterschutz, Sitze sowie alle Motorenbauteile samt Steuergerät und zusätzlicher Software zur optimalen Justierung und Abstimmung auf die gegebenen Streckenbedingungen beinhaltet. Zum Aufbau wird Geschick, Zeit und ein Serien-Ford Fiesta Sport benötigt, den M-Sport in einer abgespeckten Version für knapp 15 000 Euro gleich mit anbietet. Eine lohnenswerte Anschaffung: Der Zyklus des Basismodells ist für sieben Jahre festgelegt. Demzufolge ist das Rallyeauto bis mindestens 2016 aktuell – länger als jeder vergleichbare Wettbewerber.
Fazit
Leistung ist nicht immer alles. Der neue Ford Fiesta R2 glänzt mit anderen Attributen. Der sportive Vorgänger war noch mehr Straßenauto. Nun kommt die kleine Wuchtbrumme als echtes Rennauto, mit gewaltiger Bremse, sattem Fahrwerk und hochdrehendem 1,6-Liter-Motörchen daher. Wer lernen will, wie man dank sequenziellem Getriebe ohne Kupplungseinsatz die hohe Kunst des Linksbremsens zelebriert, ist hier genau richtig. Das Schöne daran: Auch wenn Motorsport nicht billig ist, kann er doch verhältnismäßig preiswert sein. Dafür bietet M-Sport neben nationalen Serien weiterhin auch eine paneuropäische Trophy im Vorhof der Rallye-WM an. Maximales Potenzial für minimale Kosten. Also: Auf, auf zum fröhlichen Jagen.
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