Tracktest Heico Volvo C30
Sauber gemacht

Kann Motorsport mit Bio-Kraftstoff Spaß und Erfolg bringen? Es funktioniert, wie der Heico Volvo C30 beweist. Mit 350 Turbo-PS und Fondue-Duft geht es durch die Grüne Hölle.
Bild: Hersteller
Alkohol und Motorsport, das passt auf den ersten Blick gar nicht zusammen. Doch wenn der Fahrer nicht sich, sondern seinem Auto kräftig einschenkt, macht das Ganze Sinn. Denn Bio-Ethanol im Tank setzt sich im Motorsport langsam durch. Vor dem Einstieg ins Cockpit gebe ich dem Heico Volvo C30 noch einen kräftigen Schluck aus einem speziellen Tank-Container. Im Sechspunktgurt festgeschnallt gibt mir Stammpilot Patrick Brenndörfer noch letzte Tipps: "Du wirst von dem C30 nicht betrunken, eher süchtig. Nutze das Drehmoment gut aus und schalte frühzeitig. Viel Spaß!" Raus geht’s auf den Nürburgring. Schon nach drei Runden sind C30 und Gastfahrer eins. Erstaunlich exakt und gutmütig ist der Bio-Racer zu fahren. Mit jedem Meter grinse ich mehr.
Nur der Geruch im Cockpit verrät den Bio-Sportler

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Heico macht den Volvo C30 zum Rennwagen
Wie für einen Tourenwagen gewöhnlich, wurde der Schwede erleichtert, verbreitert und gestärkt. Der Turbo-Ottomotor stammt aus dem Serienmodell. Seine Mehrleistung schöpft er durch Änderungen an Turbolader und Auspuffanlage. Zusammen mit nur 1200 Kilogramm Leergewicht reicht das für 5,3 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von 275 km/h. Diese Power verdankt Heico auch dem Bio-Saft im Tank. Der Treibstoff nennt sich CropPower85 und enthält außer Ethanol 15 % Benzin. Vorteile: bis zu 110 Oktan (Tankstelle maximal 102 Oktan), hohe Zündwilligkeit, Herstellung aus nachwachsenden Rohstoffen. Das reduziert den Ausstoß von Klimagasen und Rußpartikeln. Aber nicht den Fahrspaß.
Fazit
Bio und Öko wird im Motorsport immer wieder belächelt. Wer sich jedoch mit dem Thema so intensiv beschäftigt wie Heico Sportiv, dem wird das Lachen schon noch vergehen. Denn der Heico Volvo C30 ist trotz des umweltfreundlichen Treibstoffs im Tank schnell genug, um auf der Nürburgring-Nordschleife seinen Benzin-Konkurrenten die Rücklichter zu zeigen.
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