Tracktest Renngespann
Meine irre Hängepartie

Renngespanne bieten spektakulären Motorsport. AUTO BILD MOTORSPORT-Redakteurin Bianca Garloff wagte den Selbstversuch als Speed-Akrobatin. Am Ende stehen ein Dauergrinsen, Blutergüsse und ein einmaliges Erlebnis.
Ein Beifahrer kennt keinen Schmerz? Na toll! Als ob ich nicht schon genug Bammel hätte vor meiner Mitfahrt im Renngespann. Jetzt zieht mich mein Pilot Eckart Rösinger (46) auch noch auf. Seinen Copilot nenne er immer "Hämato-Man". Wegen der vielen blauen Flecken. Und ich sei nun also sein nächstes "Opfer". Zuletzt zeigt er mir noch seinen linken Fuß. Da fehlt der große Zeh. Ein Relikt aus Rösingers eigener Beifahrer-Karriere. Kommentar: "Der liegt beim 300-Meter-Schild in Anderstorp." Eckart Rösinger fährt seit 28 Jahren im Renngespann. 1996 war er Deutscher Meister – damals als Copilot, sogenannter Schmiermaxe. Seit 2005 steuert er selbst. Und jetzt will er mich das Fürchten lehren. Zunächst mit Trockenübungen. Eine nur rund einen Quadratmeter große schwarze Platte ist für die nächste Stunde mein Revier. Zwei Eisengriffe alles, woran ich mich klammern kann.

Bild: Harald Almonat
Die Fußspitzen schrammen unangenehm über den Asphalt

Bild: Harald Almonat
Zum Thema Seitenwagensport: Ähnlich wie im Automobilrennsport werden die Renngespanne in Formel 1 und Formel 2 unterteilt. Formel-1-Renner werden von 190 PS starken Motoren mit 1000 cm3 Hubraum angetrieben. Das reicht für bis zu 300 km/h Topspeed. Fahrer und Beifahrer hocken dabei in einem Monocoque. Die kürzeren Formel-2-Gespanne bestehen wie klassische Seitenwagen aus einem Stahlrohr-rahmen. Ihre 600-cm3-Motoren leisten ca. 125 PS. F2-Gespanne sind rund 240 km/h schnell. F1- und F2-Gespanne fahren um die WM und den Sidecar-Eurocup (EM). Ab 2008 rast die F2 erstmals auch in der Deutschen Meisterschaft.
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