Tracktest: Tourenwagen gegen Formel 3 Euro Serie-Auto
Ferne Verwandte

Einen Tourenwagen oder ein Formelauto zu fahren, ist nicht das Gleiche. Worin die Unterschiede genau liegen, haben wir auf dem Hockenheimring ausprobiert: mit den Meister-Autos aus Formel 3 Euro Serie und VW Scirocco R-Cup.
Bild: Bildagentur Kräling
Beide haben VW-Motoren mit zwei Liter Hubraum, beide sind Rennwagen und beide haben in dieser Saison ihre Serie gewonnen. So weit zu den Gemeinsamkeiten des 210 PS starken Dallara-Volkswagens aus der Formel 3 Euro Serie von Edoardo Mortara (23) und des Scirocco R-Cup mit 225 PS von Kris Heidorn (21). Aber die Unterschiede zwischen Formelauto und Einheits-Tourenwagen dominieren. Die Fahrerposition hat mit Sitzen nichts zu tun. Vom Hintern bis zu den Füßen liegt der Pilot. Nur der Oberkörper ist mehr oder weniger aufrecht.
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In der Nordkurve geht der Scirocco 34 Prozent langsamer
Die Vorderreifen habe ich voll im Blick. Ich sehe genau, wohin ich lenke, wie nahe ich den Kerbs komme. Das Steuer ist so klein, dass minimales Drehen sofort umgesetzt wird. Jenseits von 100 km/h. Neben dem rauschenden Wind am Helm höre ich nur noch das Heulen des Motors. Wie in einem Pkw thront der Fahrer im Scirocco über der Straße. Alles wirkt isolierter, kontrollierter, friedlicher. Von den Vorderreifen ist nichts zu sehen. Nur zu spüren und zu hören, wenn sie die Kerbs berühren. In schnellen Kurven tänzelt der Scirocco nach außen, Kurven die der Formel 3 viel schneller mit Vollgas nimmt. Grund: Die ausgefeilte Aerodynamik macht aus Fahrtwind Abtrieb: 530 Kilo extra drücken bei 200 km/h das Dallara-Chassis auf die Straße. Beim Scirocco dagegen nur 22 Kilo. Zum Vergleich: Die Nordkurve nimmt Mortara mit 224, Heidorn mit 147 km/h, also 34 Prozent langsamer. "Ein Formelauto ist eben von Grund auf nur für eine Sache konstruiert: schnelles Fahren", so das simple Fazit Herberts.
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