Bilder: Bus-Report 2011

TÜV Bus-Report 2011

Fehler in jedem 7. Bus

Der TÜV Süd hat mehr als 50.000 Hauptuntersuchungen an Reise- und Linienbussen ausgewertet. Ergebnis: Jeder siebte Bus fiel im ersten Anlauf durch. Vor allem ältere Busse geben Anlass zur Sorge.
(dpa) Trotz häufiger Kontrollen fällt jeder siebte Bus in Deutschland bei der Hauptuntersuchung zunächst durch. An rund 14 Prozent der Fahrzeuge werden erhebliche Mängel entdeckt. Das ist das Ergebnis eines Reports zur Sicherheit von Reise- und Linienbussen, den der TÜV Süd am 26. Oktober 2011 in Berlin vorstellte. Vor allem ältere Busse geben Anlass zur Sorge. Mehr als die Hälfte der Busse ist dagegen in einwandfreiem Zustand. Für den Bericht wertete der TÜV mehr als 50.000 Hauptuntersuchungen aus den Jahren 2009 und 2010 aus.
Im Vergleich zum Vorjahres-Report stieg der Anteil erheblicher Mängel leicht an – damals war einer von acht Bussen durchgefallen. Vor allem die Lichtanlage ist häufig in schlechtem Zustand: Bei fast jedem fünften Fahrzeug war sie teilweise defekt. "Das ist ein Indiz dafür, dass der vorgeschriebene Sicherheitscheck vor der Abfahrt nicht ernst genommen wird", sagte das geschäftsführende Präsidiumsmitglied des Verbandes der TÜV, Klaus Brüggemann. Auch Schäden am Motor und an den Achsen sowie Rost an tragenden Teilen gehören zu den häufigsten Mängeln – sie fanden sich jeweils an rund fünf Prozent der Busse. Bei vier Prozent aller Fahrzeuge waren die Bremsen nicht einwandfrei. Busreisen gelten als relativ sicher. Dennoch kam es in Deutschland zu einigen schweren Unfällen, allerdings spielten dabei selten technische Defekte eine Rolle.
Busreisen gelten als relativ sicher. Dennoch kam es in Deutschland zu einigen schweren Unfällen, allerdings spielten dabei selten technische Defekte eine Rolle.

Schwere Busunfälle in Deutschland

26. September 2010

Eine Autofahrerin verliert beim Auffahren auf eine Autobahn nahe Berlin die Kontrolle über ihr Fahrzeug und prallt gegen einen polnischen Reisebus. Mindestens 14 Menschen kommen ums Leben.

4. November 2008

Nahe Hannover geht auf der Autobahn A2 ein Reisebus in Flammen auf. 20 Menschen kommen ums Leben, 13 werden verletzt. Ein technischer Defekt in der Toilette hatte den Brand ausgelöst.

18. Juni 2007

Auf der Autobahn A14 Dresden-Magdeburg sterben 13 Mitglieder einer Seniorengruppe, 36 Menschen werden verletzt. Von einem Lastwagen gerammt, kommt der Bus von der Fahrbahn ab und stürzt eine Böschung hinab.

6. September 1992

Auf der Autobahn bei Donaueschingen in Baden-Württemberg prallt ein Bus gegen die Leitplanke und wird seitlich aufgeschlitzt. 21 Menschen sterben, 35 werden verletzt. Unglücksursache war Übermüdung des Fahrers.

11. Februar 1985

Der Aufprall eines doppelstöckigen Busses auf einen Tankzug bei Langenbruck in Bayern kostet 21 Menschen das Leben.


Nur geringe Mängel wurden an 30,5 Prozent der Busse gefunden, mängelfrei waren 55,5 Prozent. Die Zahl der Beanstandungen steigt mit dem Alter: Knapp 27 Prozent der 20 Jahre alten Busse hatten erhebliche Mängel. "Das ist eine hohe Quote, vor allem, wenn man die Prüfdichte beachtet", sagte Brüggemann. Busse müssen jedes Jahr zur Hauptuntersuchung und viermal jährlich zu einer Sicherheitsüberprüfung. Der TÜV forderte die Busunternehmen auf, ältere Fahrzeuge regelmäßig zu warten. Allerdings gehörten Busse weiter zu den sichersten Verkehrsmitteln, betonte Brüggemann. Die Gefahr, mit einem Pkw zu verunglücken, sei deutlich höher.

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