TÜV-Report: Audi A6 vs. BMW 5er und Mercedes E-Klasse
Drei Oberklasse-Limousinen im Check – eine ist der klare Verlierer

–
Audi A6, BMW 5er oder Mercedes E-Klasse – wer schneidet beim TÜV am besten ab? AUTO BILD vergleicht die drei Oberklasse-Limousinen und zeigt, welches Premium-Modell im Alter die wenigsten Mängel hat und welches überraschend schwächelt.
Bild: Sven Krieger
Drei Business-Klassiker von drei Premium-Marken – aber wer ist beim TÜV der Zuverlässigste? Audi A6 (C8), BMW 5er (G30) und Mercedes E-Klasse (W 213) sind millionenfach im Einsatz. Der TÜV-Report deckt auf, wo es im Alter zwickt – und welche Modelle auch nach Jahren noch glänzen.
AUTO BILD hat die Ergebnisse aus dem aktuellen TÜV-Report zusammengeführt und zeigt, wer aus diesem beliebten Trio die Nase vorn hat. Stürzen wir uns also gleich auf die Mängelquoten!
Audi A6 (C8) taucht aktuell nur bei zwei Prüfterminen im TÜV-Report auf
Unter den drei Premium-Kandidaten ist der Audi A6 C8 der Jungspund, er ist erst seit 2018 auf dem Markt. Daher taucht beim dritten TÜV-Termin der Vorgänger C7 auf, den wir hier aber ignorieren. Die E-Klasse (W 213, ab 2016) und der BMW 5er (G30, ab 2017) machen damit nach sechs bzw. sieben Jahren unter sich aus, wer in Würde altert und wer früher zum Schrauber muss.

Beim ersten TÜV-Termin liefern sich Audi A6 und Mercedes E-Klasse ein enges Rennen. Beide glänzen mit Werten über 90 Prozent beim Anteil der mängelfreien Fahrzeuge.
Bild: Mit Hilfe von KI erstellt
Beim ersten TÜV-Termin nach zwei bis drei Jahren können Mercedes und Audi überzeugen: Mehr als 92 Prozent ihrer Fahrzeuge bestehen mängelfrei. Der BMW 5er fällt da bereits leicht ab – und verliert beim zweiten Prüftermin weiter an Boden. Während der A6 hier erneut über 90 Prozent schafft und die E-Klasse immerhin 87,4 Prozent, rutscht der 5er unter die 80-Prozent-Marke. Bemerkenswert: Der Mercedes hat zu diesem Zeitpunkt im Schnitt rund 20.000, der Audi etwa 14.000 Kilometer mehr auf dem Tacho. Spätestens beim dritten TÜV-Termin zeigt sich: Die E-Klasse bleibt stabil, der 5er fällt klar zurück.
Dass die Laufleistung des Mercedes ab dem zweiten Termin sprunghaft ansteigt, ist kein Zufall: Viele Leasingverträge enden dann, und der Benz geht in die Hände von Vielfahrern über. Hinzu kommt: Die E-Klasse ist nicht nur Dienstwagen-, sondern auch Taxi-Klassiker – während beim 5er und A6 eher private Käufer mit gepflegtem Anspruch am Steuer sitzen.

Beim Audi A6 sinkt die Quote der geringen Mängel zur zweiten Hauptuntersuchung leicht. Die E-Klasse weist im Schnitt mehr geringe Mängel auf als der BMW 5er.
Bild: Mit Hilfe von KI erstellt
Bei den leichten Mängeln starten alle drei Modelle nahezu gleichauf: Mercedes (2,8 Prozent), Audi (2,9) und BMW (3,1) bewegen sich auf einem sehr niedrigen Niveau. Zum zweiten TÜV-Termin verbessert sich der Audi sogar leicht, während Mercedes auf 5,1 Prozent steigt – allerdings bei deutlich höherer Laufleistung.
Der BMW platziert sich mit 3,4 Prozent dazwischen. Nach sechs bis sieben Jahren liegt die E-Klasse mit 6,8 Prozent vor dem BMW (5,8). Ob der 5er damit wirklich besser dasteht? Schauen wir erst mal auf die erheblichen Mängel.

Bei den erheblichen Mängeln (führt zum Nichtbestehen der Hauptuntersuchung) hat der BMW 5er die schlechteste Bilanz.
Bild: Mit Hilfe von KI erstellt
Hier wird es deutlich: Beim Thema erhebliche Mängel fällt der BMW 5er schon beim ersten TÜV-Termin negativ auf. Mit einer Quote von 8,2 Prozent liegt er klar über der Mercedes E-Klasse (4,9 Prozent) und dem Audi A6 (4,6 Prozent).
Auch beim zweiten TÜV-Termin bleibt das Bild konstant: Der BMW 5er liegt mit 11,2 Prozent klar über den Werten von Audi und Mercedes. Spätestens nach sieben Jahren wird der Abstand deutlich – der 5er kratzt mit 18,7 Prozent an der 20-Prozent-Marke, während sich die E-Klasse mit 13,2 Prozent noch respektabel schlägt. Fazit: Der BMW altert nicht gerade souverän – und das trotz geringerer durchschnittlicher Laufleistung.
Stärken und Schwächen von Audi A6, BMW 5er und Mercedes E-Klasse
Blicken wir noch mal im Detail auf die Mängel der drei Premium-Modelle: Beim Audi A6 gibt es – wie erwartet – nur wenige Beanstandungen durch die Prüfer. Lenkung, Beleuchtung, Brems- und Abgasanlage schneiden durchweg gut ab.
Bei Federn und Dämpfern sowie beim Ölverlust sind die Mängel zur ersten HU zwar leicht erhöht. Doch zum zweiten Termin sind diese Schwächen häufig behoben – die Mängelquoten sinken und liegen wieder unter dem Durchschnitt. Ein insgesamt vertrauenerweckender Auftritt.

Größte Schwäche des Audi A6 C8: Am Fahrwerk sind Gelenke und Lager zum zweiten TÜV-Termin überdurchschnittlich oft ausgeschlagen.
Bild: Sven Krieger
Etwas überraschend: Auf den ersten Blick schaut auch die Bilanz des BMW 5er ganz gut aus. Bei der ersten HU deckt der Bremstest allerdings häufiger Schwächen an der Funktion der Fußbremse auf.
Defekte Dämpfer und Federn sind dagegen erst ab dem dritten Termin vermehrt zu beklagen. Größte Schwachstelle – und zwar zu allen drei Prüfterminen – ist jedoch der Antrieb. Aus dem kleckert überdurchschnittlich oft Öl heraus – ärgerlich! Nicht nur, weil es dem 5er die TÜV-Bilanz verhagelt, es verursacht im Reparaturfall auch hohe Kosten.

Sieht doch gar nicht mal so schlecht aus. Doch die hohen Mängel-Werte beim Ölverlust verhageln dem BMW 5er zu oft die Hauptuntersuchung.
Bild: Sven Krieger
Bleibt noch ein Blick auf die vermeintlichen Allüren der E-Klasse – doch genau hier hält sich der Mercedes erfreulich zurück. Erst ab dem zweiten TÜV-Termin geraten Achsaufhängung und Lenkung etwas in den Fokus der Prüfer. Vor allem beim Fahrwerk liegen die Mängelquoten dann über dem Durchschnitt. Beim Thema Ölverlust gibt es lediglich zum zweiten Prüftermin einen leichten Ausschlag nach oben – zur dritten HU normalisieren sich die Werte aber wieder.

Bild: Sven Krieger
Mehr Infos – hier lesen Sie die Test-Berichte aus dem aktuellen TÜV-Report:
Fazit
Drei Oberklasse-Modelle, drei unterschiedliche TÜV-Bilanzen – und ein klarer Trend: Der Audi A6 C8 schneidet in diesem Vergleich besonders solide ab, gewinnt mit sehr niedrigen Mängelquoten und hoher Konstanz. Zwar fehlen noch Langzeitdaten, doch die ersten beiden TÜV-Termine meistert der Ingolstädter besonders souverän. Sieger der Herzen ist die Mercedes E-Klasse W 213, die auch im Alter (und dann mit deutlich höherer Laufleistung) solide bleibt. Der BMW 5er G30 landet im TÜV-Vergleich auf Platz 3 – mit der höchsten Quote bei den erheblichen Mängeln über alle Jahre hinweg.
Service-Links





























