Tuning: Vergleich MTM Audi
Drei getunte Audi im Vergleich

Öffnet man die Haube des MTM A1 Nardo Edition, schütteln die meisten Menschen ungläubig den Kopf. Der Tuner spendiert dem Winzling den gleichen Fünfzylinder, der auch den TT RS und den RS 3 Sportback befeuert. Das Trio im Vergleich.
- Frank Wiesmann
Keiner hat ihn auf der Rechnung. Weder vor Drehmoment strotzende Diesel noch leistungsstarke Coupés. Und der Porsche-Fahrer schon gar nicht. Entsprechend groß ist sein Staunen und lang sein Gesicht, als der auffällig beklebte, ansonsten aber eher unscheinbare Audi A1 sich von hinten heranpirscht, mühelos vorbeizieht und den 911er in einer Fünfzylinder-Soundschleppe ratlos zurücklässt. Was für den Porsche Lenker wie ein Albtraum wirkt, stammt aus den Hallen von Audi-Tuner MTM. Firmenchef Roland Mayer und sein Team stellen das auf die Räder, was sich der Hersteller bislang nur in Form einer Studie traut – einen A1 mit 500 PS. Kernstück des aufwendigen Umbaus ist eine Herztransplantation, denn hierzu wandert der aus TT RS und RS 3 bekannte Fünfzylinder in den Kleinwagen.
Überblick: Alle News und Tests zum Audi A1

Dicke Backen: Vorn wie hinten wuchsen die Kotflügel um jeweils 30 Millimeter.
Bild: Ronald Sassen
Überblick: Alle News und Tests zum Audi RS 3

Launemacher: Kesse Lastwechsel-Drifts gehören zum TT-Repertoire.
Bild: Ronald Sassen
News und Tests zum Audi TT RS
Gut zu Gesicht stünde dem TT noch eine verstärkte Kupplung, die MTM optional anbietet. Dann wären auch die versprochenen 3,9 Sekunden auf 100 km/h möglich gewesen. Spielraum für Verbesserungen offenbart schließlich auch der A1. Am Sachsenring gibt sich der Berserker biestig, wechselt ständig zwischen Lastwechsel-Heckschwenks und schlupfbedingtem Untersteuern. Sein messerscharfes Einlenken, eine extrem direkte und feinfühlig ansprechende Lenkung sowie die hemmungslose Kraftentfaltung verhelfen ihm dennoch zu einer Rundenzeit auf BMW-M3 -Niveau. Welcher MTM-Audi mit Fünfzylinder am Ende den meisten Spaß bringt, erfahren Sie oben in der Bildergalerie.
Fazit
Eine beachtliche Rundenzeit, spaßiges Handling und gegenüber der Serie spürbar verbesserte Fahrleistungen bei uneingeschränktem Komfort machen den TT RS zum Sieger des MTM-Trios. Noch alltagstauglicher ist der RS 3 Sportback, der sich beim Sprinten gleichfalls von der Serie absetzen kann, auf der Rennstrecke aber an seine konzeptionellen Grenzen stößt. Der völlig abgedrehte A1 ist hingegen ein Auto bar jeder Konvention, gebaut fürs Herz, nicht für Wertungstabellen – MTM in Reinkultur. Intensiver lässt sich der Fünfzylinder nicht erleben.
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