Twinner: Gebrauchtwagen-Scanner
So funktioniert der Autoscanner Twinner
Ein neues Gerät erschafft virtuelle Abbilder von Autos und erkennt bald auch automatisch Schäden. Hier gibt's alle Infos zum Gebrauchtwagen-Scanner Twinner.
- Christopher Clausen
Die Daten des Gebrauchten im Netz klingen verlockend. Der Haken: Er steht 300 Kilometer weit entfernt beim Händler. Zeigen die Fotos wirklich das Auto oder sind noch irgendwo Mängel versteckt? Hinfahren oder nicht? Schließlich will man keine bösen Überraschungen erleben. Das Leipziger Unternehmen Twinner hat dafür eine Lösung entwickelt: Der "Twinne" erstellt 360-Grad-Ansichten von Autos, die man sich schon bei der Online Recherche vom Sofa aus bequem anschauen kann – inklusive Unterboden und Innenraum, ähnlich wie bei einem Neuwagenkonfigurator. Nur ist es in diesem Fall kein Computermodell, sondern das tatsächlich zum Verkauf stehende Auto, das da dank dem Twinner Gebrauchtwagen-Scanner auf dem Bildschirm zu sehen ist.
Daten des Gebrauchtwagen-Scanners wandern in eine Cloud

Aus der Box in den Computer: Das Auto wird im Twinner rundum fotografiert und von Sensoren erfasst.
Der Verkäufer des Autos kann keine Aufnahmen manipulieren

Hier bleibt nichts im Verborgenen: Auch ein Abbild des Unterbodens können die späteren Interessenten des Wagens in Augenschein nehmen.
Für Händler ist der Twinner-Autoscanner ein Wettbewerbsvorteil
Auch für die Händler hat das Vorteile: Sie können ihre Autos unabhängig vom Wetter und vor neutralem Hintergrund einheitlich fotografieren und brauchen keinen Fotodienstleister zu bestellen, der die Autos ein bis zweimal die Woche ablichtet. Das reduziert teure Standzeiten. Beispiel Koblenz: Die Autogruppe Löhr & Becker (33 Filialen) erwägt, künftig auch schon nachts die ankommenden Autos aufzubereiten und im Twinner zu fotografieren. "So könnte das fertige Inserat schon um acht Uhr morgens online sein", sagt Prokurist Holger Schmalbruch. Bis zu 300 Autos im Monat sollen einen digitalen Zwilling bekommen. Ein klarer Wettbewerbsvorteil – schließlich ist ein gutes Angebot im Netz für die Kunden immer wichtiger. Laut Statistik der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) würden immerhin 23 Prozent der Deutschen ihren Händler aufgrund einer Internetrecherche wechseln. Twinner kümmert sich um die Aufstellung und Wartung des Geräts und verdient an jedem erstellten Scan. Fünf Händler in Deutschland und weitere in China haben das Gerät schon in ihren Autohäusern – in Zeiten der wachsenden digitalen Konkurrenz hat das Unternehmen gute Chancen, weiter zu wachsen. "Das ist der Beginn eines digitalen Prozesses", sagt Holger Schmalbruch von Löhr & Becker: "Am Ende hoffen wir darauf, dass die Kunden so viel Vertrauen in unser Angebot haben, dass sie auch einen Jahres oder Gebrauchtwagen übers Internet bestellen."
Schauen Sie sich in der Bildergalerie an, wie der Autoscanner funktioniert.
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