Uber-Manager droht Journalisten
Uber ätzt sich ins Abseits

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Uber Top-Manager Emil Michael droht kritischen Journalisten mit Ausspähung. Ein echtes Eigentor. Jetzt musste er sich öffentlich entschuldigen. Ob er an Bord bleibt, ist offen.
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(dpa) Der umstrittene Fahrdienst-Vermittler Uber sorgt erneut für Negativ-Schlagzeilen: Ein Top-Manager löste Empörung mit Gedankenspielen über Schmutzkampagnen gegen kritische Reporter aus. Emil Michael, der bei Uber für das operative Geschäft zuständig ist, dachte bei einer Veranstaltung laut darüber nach, das Privatleben von Journalisten auszuforschen. Das könne Uber helfen, gegen unliebsame Medien zu kämpfen, sagte er einem Medienbericht zufolge. Gestern (18. November 2014) entschuldigte Michael sich. "Weder ich noch mein Unternehmen würden jemals zu einem solchen Vorgehen greifen", versicherte er im Kurznachrichtendienst Twitter. Eine Sprecherin von Uber erklärte, das Unternehmen habe Journalisten nicht ausgeforscht und habe auch keine Pläne, das zu tun.
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Kampf um Kunden: Das Taxi-Gewerbe wehrt sich gegen Uber mit allen Mitteln.
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Das Taxi-Gewerbe wirft dem Dienst unfairen Wettbewerb vor, weil er die Regulierungsvorschriften aushebele. Uber will stattdessen als Innovator gesehen werden, der veraltete Beschränkungen aufbricht. In Deutschland trifft Uber ebenfalls auf massiven Widerstand durch das Taxi-Gewerbe: Dem Unternehmen war in Berlin und Hamburg zuletzt der Betrieb seines Dienstes untersagt worden. Ein bundesweites Verbot war vom Landgericht Frankfurt aus formalen Gründen zunächst ausgesetzt worden. Die Umwandlung in eine Mitfahrzentrale soll vorerst nur für Berlin gelten. Dem Zeitungsbericht zufolge soll eine Fahrt mit Uber Pop in Berlin künftig 35 Cent pro Kilometer kosten. Bei den Verboten in Hamburg und Berlin hatten die Richter vor allem Anstoß an dem geforderten Fahrpreis genommen. Dieser dürfe die Betriebskosten des Wagens nicht überschreiten, andernfalls falle der Dienst unter die Regeln des Personenbeförderungsgesetzes und benötige eine entsprechende Konzession.
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