Längere Autofahrten könnten viel kurzweiliger sein, wenn man sich die Zeit mit einem guten Buch oder einer Zeitschrift vertreiben kann. Für viele Menschen ist das aber leider nur eine Wunschvorstellung. Denn ihnen wird beim Lesen im Auto schlecht.
Das äußert sich meist durch ein flaues Magengefühl. Weitere Symptome in Form eines Schwindelgefühls und von quälender Übelkeit kommen dann noch oft hinzu. Und schon ist die Kurzweiligkeit beendet, denn an lesen ist dann nicht mehr zu denken.

Diskrepanz zwischen den Systemen

Doch was ist der Grund dafür? Es ist die Diskrepanz zwischen den Systemen, die für das Gleichgewicht und die räumliche Orientierung eines Menschen verantwortlich sind, erklärt Neuropsychiaterin Dr. Ooha Susmita beim Business Insider. "Es gibt einen Konflikt zwischen den Informationen, die die Augen empfangen, und den Empfindungen, die die Innenohren wahrnehmen."
Die Augen, die auf das Buch fixiert sind, senden das Signal an das Gehirn: "Alles ist ruhig, keine Bewegung!" Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr registriert allerdings gleichzeitig die Bewegung des Autos. Deshalb sendet es die Nachricht: "Achtung, wir bewegen uns!" Ein Dilemma für den Körper.
"Dies schafft eine sensorische Diskrepanz, da die Augen Signale senden, dass man sich nicht bewegt, im Widerspruch zu den Innenohren, die Bewegung und Richtungsänderungen wahrnehmen", sagt Susmita. "Dieser sensorische Konflikt, der zu einer Störung des normalen Gleichgewichtssinns des Körpers führt, kann zu Symptomen wie Übelkeit, Schwindel, Schwitzen und manchmal Erbrechen führen."

Am besten auf das Lesen verzichten

Lesen erfordert spezielle "Aufmerksamkeit und feine visuelle Verfolgung", was die sensorische Diskrepanz noch schlimmer macht, sagt Susmita. Der beste Rat ist deshalb, beim Autofahren auf das Lesen zu verzichten, um Übelkeit und Schwindel zu vermeiden. Hat es einen doch erwischt, können kleine Kniffe helfen wie das Fenster zu öffnen, langsam zu atmen oder den Blick in die Ferne zu richten.